Fortschr Röntgenstr 2018; 190(07): 616-622
DOI: 10.1055/s-0044-101555
Interventional Radiology
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Analyse der präoperativen Uterus-Arterien-Embolisation (PUAE) bei großem Uterus myomatosus und Patientenwunsch nach Uteruserhalt – Fallserie und Literaturübersicht

Artikel in mehreren Sprachen: English | deutsch
Dirk Schnapauff
1  Charité Universitätsmedizin Berlin, Campus Virchow-Klinikum, Department of Radiology, Berlin, Germany
,
Manon Russ
2  Charité Universitätsmedizin Berlin, Campus Virchow-Klinikum, Department of Gynecology, Berlin, Germany
,
Thomas Kröncke
3  Klinikum Augsburg, Department of Diagnostic and Interventional Radiology and Neuroradiology, Augsburg, Bavaria, Germany
,
Matthias David
2  Charité Universitätsmedizin Berlin, Campus Virchow-Klinikum, Department of Gynecology, Berlin, Germany
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Publikationsverlauf

19. Juli 2017

04. Januar 2018

Publikationsdatum:
07.März 2018 (eFirst)

Zusammenfassung

Ziel Die operative Myomresektion kann durch die Hypervaskularisation der Tumoren bei großen und/ oder zahlreichen Myomen mit einem erheblichen Blutverlust und daraus folgendem Transfusions- und Hysterektomierisiko verbunden sein. Falls ein Erhalt der Gebärmutter erwünscht ist, könnte die präoperative Embolisation das Blutungs- und Hysterektomierisiko reduzieren. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Ergebnisse eines Kollektivs von 21 konsekutiven Patientinnen vorzustellen, die unmittelbar vor operativer Myomresektion eine Uterus-Arterien-Embolisation (UAE) erhielten.

Material und Methoden Zwischen Januar 2011 und März 2016 erhielten insgesamt 21 Patientinnen eine Uterus-Arterien-Embolisation ca. 24 Stunden vor geplanter Myomresektion. Alle Patientinnen wurden per Fragebogen zu spätpostoperativem Verlauf, Komplikationen, Narbenlänge, Zufriedenheit und Beschwerdebesserung nachbefragt. Daten der OP und Embolisation wurden ebenfalls retrospektiv ausgewertet.

Ergebnisse Die UAE konnte bei allen Patientinnen komplikationslos durchgeführt werden. Der mittlere Durchmesser des größten resezierten Myoms betrug 12,7 ± 3,2 cm, der Uteruserhalt gelang primär in allen Fällen. In keinem Fall war eine Bluttransfusion perioperativ erforderlich. Eine Patientin erhielt extern 14 Tage nach primärer Resektion eine Hysterektomie aufgrund von vaginalen Blutungen, bei einer Patientin war während des stationären Aufenthaltes eine Transfusion von 2 Erythrozytenkonzentraten erforderlich.

11 von 21 Patientinnen beantworteten den Fragebogen. 10 von 11 Patientinnen gaben eine subjektive Beschwerdebesserung an. Die mittlere Krankschreibungsdauer betrug 31 Tage, die mittlere selbst gemessene Narbenlänge 12 cm. 9 von 11 würden den Eingriff weiterempfehlen, eine Patientin war im II. Trimenon schwanger.

Schlussfolgerung Die präoperative Uterusarterienembolisation ermöglicht eine sichere, uteruserhaltende Myomentfernung bei Patientinnen mit sehr großen oder zahlreichen Myomen.

Kernaussagen

  • Uteruserhaltende Myomresektionen bei großem Uterus myomatosus sind nach vorheriger Embolisation mit geringem Blutverlust möglich.

  • Die Kombination aus Embolisation und Resektion kann eine Therapieoption sein bei Infertilität aufgrund eines myomatös durchsetzten Uterus.

  • Gut abgestimmte interdisziplinäre Strukturen sind notwendig um diesen komplexen Fällen gerecht zu werden.

Zitierweise

  • Schnapauff D, Russ M, Kröncke T et al. Analysis of Presurgical Uterine artery Embolization (PUAE) in very large Uterus myomatosus and patients wish to preserve the uterus- case series and literature review. Fortschr Röntgenstr 2018; 190: 616 – 622