Laryngorhinootologie 2024; 103(S 02): S25
DOI: 10.1055/s-0044-1784016
Abstracts │ DGHNOKHC
Chirurgische Assistenzverfahren/Robotik/Navigation

Wirksamkeit einer DiGA bei der Behandlung von vestibulärem Schwindel – Erste Ergebnisse einer Randomisierten Klinischen Studie

Authors

  • Markus Wirth

    1   Klinikum Rechts der Isar der Technischen Universität München, Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, München
  • Ulrike Heller

    2   Klinisches Studienzentrum Tübingen, Tübingen
  • Anne Ruck

    1   Klinikum Rechts der Isar der Technischen Universität München, Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, München
  • Franziska von Meyer

    1   Klinikum Rechts der Isar der Technischen Universität München, Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, München
  • Barbara Wollenberg

    1   Klinikum Rechts der Isar der Technischen Universität München, Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, München
  • Hubert Löwenheim

    3   Universitätsklinikum Tübingen, Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Tübingen
  • Stephan Wolpert

    3   Universitätsklinikum Tübingen, Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Tübingen
 

Einleitung Vestibularer Schwindel gehört zu den häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit. Die DiGA Vertidisan (Firma Digitineers) ermöglicht die digitale Anwendung eines therapeutischen Trainingsprogramms für Patienten mit vestibulärem Schwindel. Die DiGA beinhaltet überwiegend (i) ABEV-Übungen (adaptive Balance movements, Eye-movements and Visual stimulation), (ii) Gesundheitserziehung (HE) und (iii) CBT-Interventionen (cognitive behavioral therapy) zusammen mit progressiver Muskelentspannung (PMS nach Jacobson) und autogenem Training (AT).

Materialien und Methode Zur Untersuchung der Wirksamkeit wurde eine randomisierte, prospektive, gruppenkontrollierte klinische Studie (GEVE I-Studie) mit 212 Patienten durchgeführt. Die experimentelle Gruppe verwendete Vertidisan, die Kontrollgruppe erhielt Physiotherapie. Die Schwindelintensität wurde anhand der deutschen Version der validierten Vertigo Subscale VSS-sf-VER gemessen. Als primäre Variable wurde der Unterschied zwischen den T0- bis T3-Scoreveränderungen der App- und der Kontroll-Gruppe im Vss-sf-VER definiert.

Ergebnisse In der DiGA-ITT-Gruppe trat eine statistisch signifikante Reduktion des VSS-sf-VER-Scores vom Ausgangswert bis zur Woche 12 mit einem Durchschnitt von -68,9% (-13,05 Score-Punkte) auf. Im Vergleich dazu zeigte die Physiotherapie-ITT-Gruppe eine erheblich geringere Reduktion von -14,8% (-1,94 Score-Punkte). Der konfirmatorische Intergruppenvergleich ergab einen mittleren Behandlungsunterschied (LS-Mittelwert) zwischen der DiGA-Gruppe und der Physiotherapie-Gruppe von -8,3 Scorepunkten (KI: -9,9; -6,6, p<0.0001).

Schlussfolgerung Die Ergebnisse weisen auf eine Überlegenheit der DiGA Vertidisan gegenüber konventioneller Physiotherapie bei der Behandlung vestibulären Schwindels hin.



Publication History

Article published online:
19 April 2024

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