physioscience 2025; 21(S 03): S6-S7
DOI: 10.1055/s-0045-1812359
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PS 3

Zusammenhang zwischen subjektiv beurteilter und objektiv getesteter Gang-bezogener Funktionsmessung

Authors

  • T Benz

    1   ZHAW – Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Departement Gesundheit, Institut für Physiotherapie, Winterthur, Switzerland
    2   ZURZACH Care Group, Rehaklinik Bad Zurzach, Forschungsabteilung, Bad Zurzach, Switzerland
  • S Lehmann

    2   ZURZACH Care Group, Rehaklinik Bad Zurzach, Forschungsabteilung, Bad Zurzach, Switzerland
  • P Sandor

    2   ZURZACH Care Group, Rehaklinik Bad Zurzach, Forschungsabteilung, Bad Zurzach, Switzerland
  • F Angst

    2   ZURZACH Care Group, Rehaklinik Bad Zurzach, Forschungsabteilung, Bad Zurzach, Switzerland
 

Einleitung Der Zusammenhang zwischen subjektiv beurteilter und objektiv getesteter körperlicher Funktion wurde bis anhin in einzelnen Populationen untersucht. Ziel dieser Studie ist der Vergleich des Zusammenhanges zwischen selbstbeurteilten Fragebögen und getesteten Assessments von mobilitätsbezogenen körperlichen Funktionen bei sechs Populationen mit unterschiedlichen Diagnosen.

Material und Methodik Sechs longitudinale Studienkohorten vor und nach stationärer Rehabilitation wurden verglichen: Patient*innen mit Schleudertrauma-assoziierten Beschwerden (n = 71), mit lumbalen Rückenschmerzen (n = 121), mit Fibromyalgie (n = 84), mit Lipödem (n = 27), mit Lymphödem (n = 78) und mit post-akutem Koronarsyndrom (n = 64). Die mobilitätsbezogenen körperlichen Funktionen wurden mit der SF-36-Skala Körperliche Funktionsfähigkeit (SF-36-KF) und dem 6-Minuten-Gehtest (6MWD) gemessen und durch Korrelationskoeffizienten bewertet. Die Beziehung der sechs Kohorten wurde durch das Verhältnis der beiden Scores verglichen.

Ergebnisse Die Korrelationen zwischen den beiden Scores vor der Rehabilitation waren meist moderat bis stark (bis zu r = 0,791) und für die Veränderungen bis zur Austrittsmessung nach der Rehabilitation schwach bis moderat (bis zu r = 0,408). Die Verhältnisse von SF-36-KF zu 6MWD lagen vor Rehabilitation bei 1,143–1,590 und für die Veränderungen bei 0,930–3,310 und hingen von Schmerz und psychischer Gesundheit ab.

Zusammenfassung Es wurden moderate bis starke Querschnitts- und moderate bis schwache Längsschnittkorrelationen zwischen dem „objektiven“ 6MWD und der „subjektiven“ SF-36-Skala gefunden. Dies war aufgrund der Überschneidung der beiden Konstrukte zu erwarten. Die Unterschiede zwischen den Kohorten wurden durch Schmerzen und psychische Gesundheit beeinflusst. Die Verhältnisse des 6MWD zur SF-36 Körperliche Funktionsfähigkeit waren abhängig von den Schmerzen und der psychischen Gesundheit; geringere Schmerzintensität und bessere psychische Gesundheit führten zu einer optimistischeren selbst eingeschätzten Gehfähigkeit.

Schmerz und psychische Gesundheit sollten bei der Interpretation der körperlichen Funktion berücksichtigt werden. Basierend auf diesen Ergebnissen ist eine der zwei Messungen ausreichend für die Beurteilung der körperlichen Funktion, aber für eine umfassende Beurteilung in der klinischen Praxis und Forschung wird die Kombination aus selbstbewerteten, subjektiven und getesteten, objektiven körperlichen Funktionsmessungen empfohlen.



Publication History

Article published online:
23 October 2025

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