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DOI: 10.1055/s-0045-1812435
Validierung des deutschsprachigen MRPS-Fragebogens zur Patientenzufriedenheit in der Physiotherapie
Authors
Hintergrund Die systematische Erhebung von Patientenzufriedenheit gewinnt im Rahmen der Qualitätssicherung zunehmend an Bedeutung – auch in der ambulanten Physiotherapie. Der Fragebogen „MedRisk Instrument for Measuring Patient Satisfaction With Physical Therapy Care“ (MRPS) wurde ursprünglich im englischsprachigen Raum entwickelt und umfasst 12 Items zu internen (z. B. Kommunikation, Respekt) und externen (z. B. Anmeldung, Wartebereich) Aspekten der Patientenzufriedenheit. Eine deutschsprachige Version liegt seit 2020 vor, wurde jedoch bislang nicht hinsichtlich ihrer psychometrischen Eigenschaften überprüft.
Methode Im Rahmen einer multizentrischen Querschnittsstudie wurden in 17 Physiotherapiepraxen in der Schweiz, Deutschland und Österreich 105 vollständig ausgefüllte Online-Fragebögen erhoben. Die Reliabilität wurde mittels interner Konsistenz (Cronbach’s Alpha) und Standardmessfehler (SEM) analysiert. Die Validität wurde anhand von Korrelationen mit zwei globalen Zufriedenheitsitems sowie einer exploratorischen Faktorenanalyse geprüft.
Ergebnisse Die interne Konsistenz lag bei α=0.78, der Standardmessfehler betrug 0.23. Die Korrelationen der Einzelitems mit den Globalitems bewegten sich zwischen r=0.33 und r=0.67. Die Faktorenanalyse ergab eine Zwei-Faktor-Struktur.
Schlussfolgerung Die Ergebnisse sprechen für eine als akzeptabel bis gut gewertete Reliabilität des deutschsprachigen MRPS. Die beobachtete Zwei-Faktor-Struktur stimmt mit dem theoretischen Modell der Originalversion überein, unterscheidet sich jedoch hinsichtlich der Itemzuordnung. Eine alternative Dreifaktorstruktur – angelehnt an Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität – konnte nicht bestätigt werden. Der Fragebogen ist im physiotherapeutischen Praxisalltag einsetzbar, insbesondere zur strukturierten Erfassung allgemeiner Patientenzufriedenheit. Für eine differenziertere Anwendung, z. B. zur Qualitätsentwicklung oder zum Praxenvergleich, wären eine klarere Skalenstruktur, ergänzende Normwerte und ein externes Referenzkriterium zur Validierung wünschenswert. Mit gezielter Weiterentwicklung kann der MRPS künftig ein praxisnahes, evidenzbasiertes Werkzeug zur Qualitätssicherung darstellen.
Publication History
Article published online:
23 October 2025
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Georg Thieme Verlag KG
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