physioscience 2025; 21(S 03): S44
DOI: 10.1055/s-0045-1812459
Abstracts
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Brücke in den Alltag nach Schlaganfall – relevante Schulungsinhalte aus Sicht von Fachpersonen

Authors

  • C Ziller

    1   Wissenschaftliche Abteilung, Reha Rheinfelden, Rheinfelden, Switzerland
    2   Physiotherapie, Reha Rheinfelden, Rheinfelden, Switzerland
  • E Y Gerber

    1   Wissenschaftliche Abteilung, Reha Rheinfelden, Rheinfelden, Switzerland
  • N Paulissen

    1   Wissenschaftliche Abteilung, Reha Rheinfelden, Rheinfelden, Switzerland
    2   Physiotherapie, Reha Rheinfelden, Rheinfelden, Switzerland
  • M Augstburger

    1   Wissenschaftliche Abteilung, Reha Rheinfelden, Rheinfelden, Switzerland
    3   Departement Gesundheitswissenschaften und Technologie, ETH Zürich, Zürich, Switzerland
  • S Gäumann

    1   Wissenschaftliche Abteilung, Reha Rheinfelden, Rheinfelden, Switzerland
  • L H Bonati

    1   Wissenschaftliche Abteilung, Reha Rheinfelden, Rheinfelden, Switzerland
    4   Stroke Center, Universitätsspital Basel, Basel, Switzerland
    5   Departement Klinische Forschung, Universität Basel, Basel, Switzerland
  • C Schuster-Amft

    1   Wissenschaftliche Abteilung, Reha Rheinfelden, Rheinfelden, Switzerland
    6   Departement Technik und Informatik, Berner Fachhochschule, Burgdorf, Switzerland
    7   Departement Sport, Bewegung und Gesundheit, Universität Basel, Basel, Switzerland
 

Hintergrund Betroffene leiden oftmals an den Folgen eines Schlaganfalls und sind mit vielfältigen körperlichen Einschränkungen konfrontiert. Auch psychosoziale und nicht-motorische Probleme (z.B. Schlafprobleme) sind häufig. Die Anpassung an die veränderte Lebenssituation stellt für Betroffene eine grosse Herausforderung dar. Vor allem im Übergang von der stationären in die ambulante Rehabilitation kommt es zum Bruch in der Versorgungskontinuität. Daher ist es wichtig, sowohl Betroffene als auch deren Angehörige bestmöglich in diesem Prozess zu unterstützen. Dieser Bedarf an Informationen und Edukation könnte durch digitale Tools gedeckt werden.

Ziel dieser Arbeit war es, Themen für Schulungsmassnahmen zu identifizieren, die aus Sicht klinisch tätiger Fachpersonen in dieser Übergangsphase für die Zielgruppe besonders relevant sind, und geeignete Vermittlungsformen für diese Inhalte zu evaluieren.

Methode In unserer Rehabilitationsklinik wurden alle klinisch tätigen Mitarbeitenden (Therapeuten, Pflegende, Mitarbeitende Sozialdienst, ärztliches Personal), die mit Patienten nach Schlaganfall arbeiten, mittels einer internen Online-Befragung (Findmind, St. Gallen, Schweiz) zu relevanten Schulungsthemen in der Übergangsphase befragt. Zudem wurden Vorschläge zur methodischen Umsetzung innerhalb einer digitalen Anwendung eingeholt. Die Antworten wurden thematisch kategorisiert und ausgewertet.

Resultate Total haben 88 Personen Vorschläge eingereicht, die im Schnitt über zehn Jahre Berufserfahrung hatten und unterschiedlichen Berufsgruppen angehörten. Die häufigsten Rückmeldungen gab es vonseiten der Pflege (32%) und Physiotherapie (30%).

Wichtige Schulungsthemen für Betroffene (jeweils>30 Nennungen) betrafen die Bereiche Alltagsbewältigung, Nachbehandlung, Umgang mit Einschränkungen sowie Hilfsmittel. Die meistgenannten Schulungsinhalte für Angehörige konnten den Bereichen Umgang mit den Einschränkungen der Betroffenen, Alltagsbewältigung, Unterstützungsangebote für Angehörige und Aufklärung zugeordnet werden.

Die Befragten gaben zahlreiche methodische Anregungen zur digitalen Vermittlung der Inhalte: Empfehlungen reichten von integrierten Funktionen wie einem Glossar und Checklisten über interaktive Elemente (Videos, Spiele, Quizformate, Erfahrungsberichte) bis hin zur Einbindung externer Inhalte (z.B. Adressen, Links).

Schlussfolgerung Die Ergebnisse der Befragung zeigen eine grosse thematische Vielfalt. Dies spiegelt den heterogenen und komplexen Unterstützungsbedarf in der poststationären Phase wider. Trotz begrenzter Teilnehmerzahl konnten die Ergebnisse erfolgreich zur Entwicklung zielgerichteter digitaler Schulungsinhalte (z. B. Podcasts, Informationsdokumente) genutzt werden. Langfristig könnten aus solchen Erkenntnissen modulare digitale Schulungsangebote entstehen, um bedarfsorientiert und ressourcensparend Unterstützung anzubieten. Für weitere Untersuchungen wird empfohlen, Betroffene sowie deren Angehörige direkt einzubeziehen, um deren Perspektiven stärker zu berücksichtigen.



Publication History

Article published online:
23 October 2025

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