Tierarztl Prax Ausg K Kleintiere Heimtiere 2026; 54(01): 53
DOI: 10.1055/s-0045-1815773
Abstracts | DVG

Untersuchungen zu kardiologischen Erkrankungen bei Meerschweinchen

Authors

  • H Schwartpaul

    1   Klinik für Heimtiere, Reptilien und Vögel, Tierärztliche Hochschule Hannover
  • M Sehn

    2   Klinik für Kleintiere, Tierärztliche Hochschule Hannover
  • P Zufall

    3   Kleintierspezialisten Berlin-Brandenburg, Berlin
  • P Lietz

    2   Klinik für Kleintiere, Tierärztliche Hochschule Hannover
  • A Willems

    1   Klinik für Heimtiere, Reptilien und Vögel, Tierärztliche Hochschule Hannover
  • M Pees

    1   Klinik für Heimtiere, Reptilien und Vögel, Tierärztliche Hochschule Hannover
  • J A Dierig

    1   Klinik für Heimtiere, Reptilien und Vögel, Tierärztliche Hochschule Hannover
 

Einleitung Bislang liegt über kardiale Erkrankungen beim Meerschweinchen im Vergleich zum Kleintier nur relativ vereinzelt Literatur vor [1] [2] [3]

Die Prävalenz von Herzerkrankungen wird in der Literatur mit 1,2% bis 4,2% angegeben, wobei die Häufigkeit einzelner Krankheitsformen (Kardiomyopathien, Klappenerkrankungen, Perikardergüsse, kongenitale Defekte, Tumoren) je nach Studie variiert [1] [2] [3] [4] [5] [6] [7] [8] [9].

Klinisch relevant ist die genaue Diagnosestellung insbesondere im Hinblick auf die oft akute Dyspnoe, die eine Abgrenzung zu rein respiratorischen Erkrankungen erfordert.

Ziel der Studie Untersucht wurden die Häufigkeit und Art kardiologischer Erkrankungen bei Meerschweinchen, die Vorstellungsgründe und Befunde aus der Röntgenuntersuchung (inklusive Vertebral Heart Score (VHS) sowie die Vergleichbarkeit von VHS-Messungen zwischen verschiedenen Untersuchern.

Methoden Erfasst wurden alle Meerschweinchen, die zwischen 2019–2025 (Hannover) bzw. 2020–2024 (Berlin) echokardiografisch untersucht wurden. Von diesen wurden anamnestische, klinische, röntgenologische und echokardiografische Daten tabellarisch erhoben. Bei Tieren mit auswertbaren Röntgenbildern erfolgten verblindete VHS- und CVC/T5-Messunge. Zudem wurde auf Hinweise für das Vorhandensein eines Lungenödems untersucht.

Ergebnisse Insgesamt wurden 228 Tiere echokardiografisch untersucht, davon waren insgesamt 43 herzgesund. Häufige Vorstellungsgründe waren Dyspnoe und Atemgeräusche Unter den häufigsten festgestellten Erkrankungen befanden sich Perikardergüsse verschiedener Genese sowie Aorten- und Mitralklappeninsuffizienzen, letztere meist degenerativer Ursache. Der VHS lieferte erste Hinweise auf eine kardiogene Erkrankung. Der CVC/T5 war hingegen häufig nicht auswertbar. Häufig zeigten sich röntgenologische Hinweise eines Lungenödems.

Schlussfolgerung Die Studie ergänzt die bisher noch lückenhafte Datenlage zu kardialen Erkrankungen beim Meerschweinchen. Der VHS kann röntgenologisch Hinweise auf eine Herzerkrankung liefern.



Publication History

Article published online:
11 February 2026

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