Tierarztl Prax Ausg K Kleintiere Heimtiere 2026; 54(02): e3-e4
DOI: 10.1055/s-0046-1816531
Abstracts

Mikrofilariämien bei Hunden in Deutschland (2014–2024)

Authors

  • D Kortas

    1   Laboklin GmbH & Co. KG, Bad Kissingen
  • A Moritz

    2   Klinik für Kleintiere – Innere Medizin, Fachbereich Veterinärmedizin, Justus-Liebig-Universität Gießen
  • C Strube

    3   Institut für Parasitologie, Zentrum für Infektionsmedizin, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
  • E Müller

    1   Laboklin GmbH & Co. KG, Bad Kissingen
  • I Schäfer

    1   Laboklin GmbH & Co. KG, Bad Kissingen
 

Einleitung Filarien, insbesondere Dirofilaria (D.) immitis und Dirofilaria (D.) repens, sind in Europa besonders im Süden und Osten endemisch. Durch Importe von Hunden besteht die Gefahr einer Einschleppung und möglicher Weiterverbreitung der Erreger in Deutschland. Ziel der Studie war die retrospektive Auswertung der mittels Mikrofilarien-PCR getesteten Hunde einschließlich Abfrage der Auslandsanamnese und des Untersuchungsgrunds.

Material und Methoden Hunde aus Deutschland wurden eingeschlossen, bei denen von 01/2014 bis 12/2024 Ergebnisse einer Filarien-PCR vorlagen. Die behandelnden Tierärzte positiv getesteter Hunde wurden mittels Fragebögen kontaktiert und eine Auslandsanamnese sowie die Gründe der Anforderung der PCR erfragt.

Ergebnisse 6251/175581 Hunde (3,6%) wurden in der Filarien-PCR positiv getestet, eine Speziesdifferenzierung erfolgte bei 5004/6251 Hunden (80,1%; D. immitis 2650/5004 (53,0%), D. repens 2098/5004 (41,9%), Acanthocheilonema (A.) reconditum 401/5004 (8,0%), Acanthocheilonema (A.) dracunculoides 169/5004 (3,4%)). Koinfektionen wurden bei 312/5004 (6,2%) Hunden festgestellt, vor allem mit D. immitis/D. repens (274/5004; 5,5%).

Bei 609/6.251 Hunden (9,7%) war der Untersuchungsgrund bekannt (Screening: 500/609 [82,1%]; klinischer Verdacht: 109/609 [17,9%]). Auslandsaufenthalte waren für 1094/6251 Hunde (17,5%) bekannt (Rumänien 612/1094 [55,9%], Ungarn 181/1094 [16,5%], Spanien 68/1094 [6,2%]). Ein Hund war vorberichtlich nur in Deutschland (D. repens, n=1).

Zusammenfassung/Schlussfolgerung 3,6% der Hunde wurden positiv getestet. In der Speziesdifferenzierung wurde am häufigsten D. immitis und D. repens nachgewiesen. Infizierte Hunde zeigten meist keine klinische Symptomatik. Auslandshunde sollten daher auch ohne klinische Symptome auf Filarien gescreent werden, um eine Weiterverbreitung der Erreger zu verhindern, zumal die beiden Dirofilaria-Arten zu den Zoonoseerregern zählen. Bei einem Einzelfall ist vorberichtlich von einer autochthonen Infektion in Deutschland auszugehen.



Publication History

Article published online:
11 February 2026

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