Abstract
Borderline-PatientInnen stellen keine ätiologisch einheitliche Gruppe dar. Es existieren
sehr unterschiedliche entwicklungspsychologische Konstellationen, die später zum
klinischen Bild des Borderline-Syndroms führen, aber nach jeweils spezifischen psychodynamischen
Konzepten verstanden werden müssen. Insgesamt werden fünf verschiedene Borderline-Konzepte
vorgestellt (Kernberg, Masterson und Rinsley. Mahler, Rosenfeld und das Konzept von
Abend, Porder und Willick). Mit Letzterem wird die Brücke hin zu Borderline-Zuständen
auf überwiegend neurotischer Grundlage geschlagen. Jedes Konzept deckt einen bestimmten
und umgrenzten psychodynamischen Bereich ab und bedarf bei Anwendung einer genauen
Indikationsstellung. Kritisch Stellung genommen wird zum Begriff der Spaltung, wobei
empfohlen wird, im jeweils klinischen Einzelfall zwischen Spaltung als Abwehrmechanismus
sui generis und Spaltung als klinischem Phänomen zu unterscheiden.
Keywords
Borderline - Objektbeziehungstheorie - Spaltung - klinische Behandlung