Geburtshilfe Frauenheilkd 2002; 62(2): 125-130
DOI: 10.1055/s-2002-22113
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Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Genitalmalignome in der Gravidität - Eine Literaturrecherche

Malignant Gynecologic Tumors During Pregnancy. A ReviewK. Michniewicz, D. Elling
  • Frauenklinik, Oskar-Ziethen-Krankenhaus, Berlin-Lichtenberg
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
18. März 2002 (online)

Zusammenfassung

Die Schwangerschaft wird selten durch das Auftreten von bösartigen Genitaltumoren kompliziert. Im Zusammenhang mit einer Gravidität wird am häufigsten das Zervixkarzinom, gefolgt von Ovarialmalignomen diagnostiziert. Die Endometriumkarzinome werden sehr selten im Abort- oder im Abradatmaterial (z. B. bei Blutungen post partum) beobachtet.

Die Therapie des Zervixkarzinoms im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft wird in Abhängigkeit vom Tumorstadium, dem Schwangerschaftszeitpunkt und den Wünschen der Patientin im Bezug auf die Erhaltung der Schwangerschaft und ihre weitere Fertilität geplant.

Unter den Ovarialmalignomen werden in der Schwangerschaft am häufigsten die Keimzellkarzinome (Dysgerminome) beobachtet. Eine konservative operative Therapie mit Erhaltung der Schwangerschaft ist nur bei Tumoren im Stadium I a möglich. Erste Erfahrungen mit einer adjuvanten Chemotherapie in der Schwangerschaft liegen vor.

Das Endometriumkarzinom in der Schwangerschaft ist eine Rarität. Vermutlich entstehen diese Tumoren schon vor der Schwangerschaft. Die hohen Progesteronwerte in der Schwangerschaft verhindern ein schnelles Tumorwachstum. Eine organerhaltende Therapie bei dringendem Kinderwunsch der Patientin ist prinzipiell möglich.

Die Therapie der gynäkologischen Malignome während der Schwangerschaft stellt eine große Herausforderung für die Geburtshelfer, gynäkologischen Onkologen und Neonatologen dar und sollte ausschließlich in entsprechend qualifizierten Zentren erfolgen.

Abstract

Malignant gynecologic tumors in pregnant patients are rare and a challenge to obstetricians, gynecologists, and neonatologists. Cervical cancer is the most common malignancy diagnosed during pregnancy, followed by ovarian malignancies. The treatment of cervical cancer during pregnancy depends on the stage of the disease, the age of the pregnancy, and the patient's preferences regarding the current pregnancy and future fertility. Dysgerminomas are the most frequent ovarian malignancies in pregnant women. Conservative surgery with preservation of the pregnancy is possible for patients with stage IA tumors. Cytotoxic chemotherapy in pregnant patients has been reported. Endometrial cancer associated with pregnancy is very rare but has been reported in endometrial biopsies performed for abnormal uterine bleeding postpartum and after abortion. Some of these cancers may predate the pregnancy. High levels of progesterone during pregnancy probably inhibit tumor growth. Conservative treatment of endometrial cancer is an option for selected patients who wish to preserve fertility.

Literatur

Dr. K. Michniewicz

Frauenklinik Oskar-Ziethen-Krankenhaus

Fanningerstraße 32

10365 Berlin

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