Geburtshilfe Frauenheilkd 2002; 62(11): 1060-1068
DOI: 10.1055/s-2002-35974
Übersicht

Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Ein multifaktorielles Modell zur Ätiologie des Ovarialkarzinoms

A Multifactorial Model for Ovarian Cancer EtiologyR. von Georgi1 , K. Münstedt2
  • 1 Abteilung für Medizinische Soziologie der Justus-Liebig-Universität Gießen
  • 2 Frauenklinik des Universitätsklinikums Gießen
Weitere Informationen

Publikationsverlauf

Eingang Manuskript: 12. April 2002 Eingang revidiertes Manuskript: 9. September 2002

Akzeptiert: 20. September 2002

Publikationsdatum:
05. Dezember 2002 (online)

Zusammenfassung

Für das Ovarialkarzinom (OK), die fünfthäufigste Krebserkrankung der Frau, ist eine Reihe verschiedener Risikofaktoren identifiziert worden. Diese führten zu drei unterschiedlichen Entstehungsmodellen, der Hyperovulations-, der Gonadotropin- und der Entzündungshypothese. Alle Modelle werden dabei unabhängig voneinander diskutiert. Erklärungsansätze aus dem Bereich der Psychoneuroimmunologie und -endokrinologie blieben bisher unberücksichtigt. In dem vorliegenden Artikel werden die unterschiedlichen Vorstellungen in ein dreidimensionales Prozessmodell (3DPOK-Modell) integriert, welches spezifische und generelle Risikofaktoren sowie unterschiedliche Ebenen kausaler Bedingungsfaktoren und den Verlauf der Erkrankung berücksichtigt. Das 3DPOK-Modell verbindet somit unterschiedliche Forschungsrichtungen zur Ätiologie des OK, setzt Variablen der Prävention, Behandlung und Nachsorge in eine mögliche Beziehung und erlaubt die zielgerichtete Generierung von Hypothesen für die weitere Forschung.

Abstract

The three major hypotheses that have been formulated to explain the etiology of ovarian cancer are the incessant ovulation hypothesis, the gonadotropin hypothesis, and the inflammation hypothesis. All models were formulated without reference to the others or to psychoneuroimmunologic approaches and psychoneuroendocrinology. We integrated the three hypotheses regarding the pathogenesis of ovarian cancer into a three-dimensional process model (3DPOK model). This model takes into account specific and general risk factors, and the concepts mentioned above. The model combines the different approaches to the etiology of ovarian cancer and illustrates possible relationships between the variables of prevention, treatment and follow-up. It may facilitate the generation of hypotheses for further research.

Literatur

Dr. Richard von Georgi

Abteilung für Medizinische Soziologie, Justus-Liebig-Universität Gießen

Friedrichstraße 24

35392 Gießen

eMail: [email protected]