Pneumologie 2004; 58 - V63
DOI: 10.1055/s-2004-819511

Antimikrobielle Peptide sind in Bronchialkarzinom-Zellen exprimiert

D Görner 1, C Vogelmeier 1, R Bals 1
  • 1Klinik für Innere Medizin mit Schwerpunkt Pneumologie, Klinikum der Philipps-Universität Marburg

Hintergrund: Die beiden ß-Defensine hBD-1 und hBD-2 und das Cathelizidin LL-37 werden im Atemwegsepithel und in Abwehrzellen exprimiert und haben die Funktion endogener Antibiotika. Neben der bekannten antimikrobiellen Aktivität dieser antimikrobiellen Peptide (AMP) habe diese noch zahlreiche weitere Eigenschaften. LL-37 ist zum Beispiel auch für seine angiogenen Eigenschaften bekannt. Das Ziel dieser Studie war zu untersuchen, ob antimikrobielle Peptide in bronchialen Karzinomen exprimiert sind.

Methoden: Gewebeschnitte verschiedener Lungentumoren (gesamt=59; Plattenepithelkarzinome=18; Adenokarzinome=26; Adenosquamöse Karzinome=4; Großzellige Karzinome=5; kleinzellige Karzinome=6) wurden immunhistochemisch auf LL-37, hBD-1 und hBD-2 untersucht. Gefärbte Tumorzellen wurden nach Intensitätsgrad eingeteilt, gezählt und mit der Gesamtanzahl an Tumorzellen verglichen.

Ergebnisse: In kleinzelligen Karzinomen wurde keinerlei Expression antimikrobieller Peptide gefunden. Nicht-kleinzellige Karzinomen wiesen wechselnde Expression aller drei Peptide auf (29% bei LL-37; 58% bei hBD-1; 23% bei hBD-2).

Diskussion: Antimikrobielle Peptide werden in Tumorzellen exprimiert. Aufgrund ihrer multiplen Funktionen ist zu hypothetisieren, dass diese Moleküle bei der Tumorgenese eine Rolle spielen.