Pneumologie 2004; 58 - V252
DOI: 10.1055/s-2004-819517

Interferon-beta Gentherapie und Radiotherapie wirken synergistisch bei der Behandlung von Lungentumoren in Mäusen

R Wiewrodt 1, 3, M Sebastian 1, J Hast 2, N Koplin 1, SM Albelda 3, R Buhl 1
  • 1Universitätsklinikum Mainz, Schwerpunkt Pneumologie, Mainz
  • 2Universitätsklinikum Mainz, Strahlentherapie, Mainz
  • 3University of Pennsylvania Medical Center, Philadelphia, USA

Einleitung: Bei Patienten mit nicht-reserzierbarem Lungenkarzinom (LK) sind die Therapieoptionen weiterhin wenig effektiv. Immunmodulatorische Therapiekonzepte, z.B. mit Interferonen, sind jedoch vielversprechend. Deshalb wird in LK-Mausmodellen die Wirkung eines replikationsdefizienten Adenovirus, der für das murine IFN-ß Gen (Ad.muIFN-ß) kodiert, untersucht.

Methodik: L1C2 (syngene LK-Zellen für immunkompetente BALB/c-Mäuse) wurden subkutan (s.c.), intrapleural (i.pl.), intratracheal (i.t.), intravenös (i.v.) und/oder intraperitoneal (i.p.) appliziert. Die Tumoren wurden mit einer einzelnen Dosis Ad.muIFN-ß (10e9 pfu) behandelt, als Kontrolle dienten Ad.HSVtk und NaCl. S.c.- generierte großvolumige Flankentumore wurden zusätzlich mit einer Gesamtdosis von 10–20 Gy einzeitig bestrahlt.

Ergebnisse: 80% der Tiere mit i.p. bzw. s.c. Tumoren wurden durch eine einzige i.p. bzw. s.c. Gabe von Ad.IFN-ß geheilt. Bei großen Tumorlasten (>5% des Körpergewichtes) bleibt jedoch eine Tumoreradikation aus. Die aggressiveren i.pl. und i.v. Modelle spiegeln diese Situation wieder. Bei großvolumigen Flankentumoren spricht nur die Kombinationstherapie (Radiatio, Ad.IFN-ß) gut an, während Monotherapien kaum wirksam sind.

Schlussfolgerung: Die lokale (s.c., i.t., i.pl., i.p.) Gabe des murinen INF-ß Gens via Adenovirus alleine ermöglicht eine effektive Therapie von verschiedenen Lungentumoren. Die Ad.INF-ß Gentherapie und Radiatio wirken synergistisch.