Aktuelle Ernährungsmedizin 2004; 29(6): 323-328
DOI: 10.1055/s-2004-828513
Originalbeitrag
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Der akut kranke geriatrische Patient mit Sepsis/SIRS

The Critical Ill Elderly Patient with Sepsis or SIRST.  Koch1 , B.  Gottschlich1
  • 1Klinik und Poliklinik für Anästhesie und Intensivtherapie, Dresden
Nach einem Vortrag bei der Tagung Ernährung, Diätetik, Infusionstherapie (edi 2004): Geriatrie in Berlin vom 20. - 21.2.2004
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Publication Date:
22 November 2004 (online)

Zusammenfassung

Septische Krankheitsbilder treten mit einer hohen Inzidenz auf den Intensivstationen auf. Besonders alte und mangelernährte Patienten sind gefährdet, während des Krankenhausaufenthaltes infektiöse Komplikationen mit Sepsis zu entwickeln. Insofern kommt der Ernährungstherapie neben der Therapie der Grundkrankheit eine große Bedeutung zu. Nach Traumen oder großen Operationen entwickelt sich als physiologische Reaktion ein Postaggressionsstoffwechsel mit einem phasenhaften Verlauf. Mit Beginn der Flow-Phase sollte versucht werden, dem Patienten eine Ernährungstherapie zukommen zu lassen. Dabei hat sich in den letzten Jahren ein eindeutiger Vorteil der frühen enteralen gegenüber der späten enteralen als auch der parenteralen Ernährung herausgestellt. Seinen Ausdruck findet dies in den Leitlinien der DGEM und anderen internationalen Fachgesellschaften zur enteralen Ernährung. Durch Immunmodulation mit speziellen Aminosäuren und Fettlösungen ist eine Beeinflussung der inflammatorischen Reaktion des Organismus möglich. Ausgewählte Patientenkollektive können vom Einsatz solcher Substanzen profitieren. Der Ernährung von kritisch kranken Patienten und von alten oder mangelernährten Patienten sollte stetige Aufmerksamkeit gewidmet werden. Mit substratgesteuerter, immunmodulatorischer Ernährung sind insbesondere infektiöse Komplikationen zu vermeiden, die Dauer des Krankenhausaufenthaltes zu verkürzen und eine Reduktion der Gesamtbehandlungskosten zu erzielen.

Abstract

Sepsis and septic shock have a high incidence among intensive care patients. Especially the elderly and patients with malnutrition are at risk to develope infectious complications during their hospital stay. Nutritional therapy in addition to basic therapy therefore plays an important role. After trauma or major surgery a three step physiological post-aggression metabolism can be observed. Enteral nutrition should commence once the „Flow-Phase” begins. In the past years evidence pointing to the advantages of early enteral therapy in contrast to late enteral or total parenteral nutrition increased. This is reflected in the DGEM and other international enteral nutrition guidelines. The use of immune-modulatory agents such as special amino acid or lipid emulsions have an effect on the organism's inflammatory response. Selected patients could profit from this. Nutrition therapy in critically ill, the elderly or patients with malnutrition must be observed carefully. An immune-modulatory diet can avoid infectious complications, reduce the length of hospital stay and total costs.

Literatur

Prof. Dr. Thea Koch

Klinik und Poliklinik für Anästhesie und Intensivtherapie

Fetscherstraße 74

01309 Dresden

Email: [email protected]

Dr. Birgit Gottschlich

Klinik und Poliklinik für Anästhesie und Intensivtherapie

Fetscherstraße 74

01309 Dresden

Email: [email protected]