NOTARZT 2005; 21(5): 165-168
DOI: 10.1055/s-2004-834570
Kasuistik
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Ketamin beim Schädel-Hirn-Trauma

Fallbericht und Diskussion eines PolytraumasKetamine and Brain InjuriesCase Report and DiscussionS.  Schätti1 , C.  A.  Pfister1 , J.  Piek2
  • 1Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie des Universitätsspitals Bern, Schweiz
  • 2Abteilung für Neurochirurgie, Chirurgische Universitätsklinik Rostock, Deutschland
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
06. Oktober 2005 (online)

Zusammenfassung

Es wird über einen polytraumatisierten, hypovolämen Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma berichtet, der nach Volumengabe und Therapie mit Ketamin hämodynamisch stabilisiert werden konnte. Ketamin nimmt seit den 70er-Jahren in der notfallmedizinischen Schmerztherapie einen hohen Stellenwert ein. Durch seine sympathikotone Eigenschaft wirkt es der Kardiodepression anderer Einleitungsmedikamente entgegen. Für die Prognose des Schädel-Hirn-Traumas ist das Verhindern von Hypoxämie, Hypotonie und Hyperkapnie entscheidend. Entgegen der Meinung in einigen Lehrbüchern ist Ketamin beim Schädel-Hirn-Trauma nicht mehr kontraindiziert, weil es beim beatmeten Patienten den Hirndruck möglicherweise senkt und neuroprotektiv wirkt. Es wird deshalb empfohlen, beim schweren Schädel-Hirn-Trauma und Verdacht auf einen hämorrhagischen Schock bei der Anästhesieeinleitung Ketamin als Zusatz zu verwenden.

Abstract

The report is about a hypovolemic trauma patient with brain injuries. Stabilisation was successful with volume restoration and the use of ketamine for anaesthesia induction. Ketamine is important in emergency pain therapy. Its sympathetic activity antagonises the cardiodepression of other induction drugs. The prognosis of brain injuries is strongly correlated to the avoidance of hypoxemia, hypotension and hypercapnia. In some medical textbooks ketamine is not recommended in patients with brain injuries, even though it probably decreases intracranial pressure in normoventilated patients. Therefore the following was recommended: Patients with severe brain injuries and suspicion of hemorrhagic shock should receive ketamine iv before the induction of anaesthesia.

Literatur

Dr. med. Christoph A. Pfister

Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie · Inselspital

3010 Bern · Schweiz

eMail: ch.a.pfister@bluewin.ch

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