Aktuel Ernahrungsmed 2005; 30(1): 23-28
DOI: 10.1055/s-2004-834626
Originalarbeit
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Änderungen des Ernährungsverhaltens und des Körpergewichts im Rahmen des Gewichtsreduktionsprogrammes „Schlank ohne Diät”

Changes in Dietary Behaviour and Body Weight Within the Framework of the Weight Reduction Program „Schlank ohne Diät” („Slim Without Dieting”)I.  Kiefer1 , M.  Kunze1
  • 1Institut für Sozialmedizin, Medizinische Universität Wien (Vorstand: o. Univ.-Prof. Dr. Michael Kunze)
Manuskript nach einem Vortrag auf der Adipositas Jahrestagung 2003 Deutschland - Österreich - Schweiz in Salzburg vom 16. - 18.10.2003
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
03. Februar 2005 (online)

Zusammenfassung

Fragestellung: Ziel der vorliegenden Untersuchung war die Ermittlung des Gewichtsreduktionserfolges, der nachhaltigen Gewichtsveränderung, der Veränderungen der Nährstoffaufnahme und des Essverhaltens durch das professionelle Gewichtsreduktionsprogramm „Schlank ohne Diät.” Material und Methodik: Professionelle Betreuung von 154 Klienten in Kleingruppen zu je 10 Einheiten à 60 Minuten nach der Methode „Schlank ohne Diät”. Die Ermittlung der Nährstoffaufnahme und des Essverhaltens erfolgte mittels Wiegeprotokolle und Fragebogen. Zur Ermittlung des Langzeiterfolges wurde eine Nachkontrolle nach mindestens 6 Monaten und höchstens 24 Monaten nach Beratungsende durchgeführt. Ergebnisse: Das Körpergewicht konnte in 9 Wochen um durchschnittlich 3,96 kg reduziert werden. Bei 73,2 % der Klienten lag bei der 1-Jahres-Nachkontrolle das Körpergewicht unter dem Ausgangsgewicht, 37 % hatten ein unter dem Endgewicht liegendes Gewicht und bei 14,8 % der Teilnehmer waren Endgewicht und Gewicht bei der Nachkontrolle ident. Während der Beratung konnte bei der Nährstoffzufuhr die Energiezufuhr, hauptsächlich durch eine Absenkung der Fettzufuhr von 37,8 Energieprozent in der ersten Beratungswoche auf 34,7 Energieprozent in der neunten Beratungswoche, signifikant gesenkt werden. Der Anteil der Kohlenhydrate wurde von 42,3 Energieprozent auf 44,1 Energieprozent und der Anteil an Eiweiß von 15,9 Energieprozent auf 17,6 Energieprozent erhöht. Weiters kam es zu einer verminderten Cholesterin-, Saccharose-, Kochsalz- und Alkoholzufuhr. Bei allen Vitaminen und Mineralstoffen wurde die Nährstoffdichte erhöht. Die Nahrungspräferenzen wurden in Richtung fettarme und ballaststoffreiche Nahrungsmittel geändert. Schlussfolgerung: Das Gewichtsreduktionsverfahren „Schlank ohne Diät” eignet sich durch den ermittelten Langzeiterfolg in Hinblick auf das Körpergewicht und die Modifikation des Ernährungsverhaltens bestens zur Gewichtsreduktion. Damit kann Personen mit Gewichtproblemen ein professionelles Programm angeboten werden und so ein Beitrag zur Prävention und Therapie des Übergewichtes geleistet werden.

Abstract

Aim: The aim of this investigation was to determine the level of success in weight loss, the sustained change in weight, the changes in food intake and dietary behaviour through the professional weight loss program „Schlank ohne Diät”. Material and method: Professional counselling of 154 clients, in small groups, for 10 units lasting 60 minutes each, in accordance with the method „Schlank ohne Diät”. Food intake and dietary behaviour were determined by means of a weighing protocol and questionnaire. In order to determine the long-term success a follow-up control check was carried out after a minimum of 6 months and a maximum of 24 months after counselling had ceased. Results: Bodyweight could be reduced over 9 weeks by an average of 3.96 kg. At the 1-year follow-up 73.2 % of the clients had a bodyweight below their start weight, 37 % had a bodyweight below their end weight, and for 14.8 % of the participants end weight and 1-year follow-up weight were identical. During the counselling period energy intake from food and drink could be significantly reduced, primarily through a reduction in fat intake, from 37.8 % of total energy intake in week one to 34.7 % of total energy intake by week nine. The proportion of carbohydrate increased from 42.3 % to 44.1 % of total energy intake and the proportion of protein increased from 25.9 % to 17.6 % of total energy intake. Moreover there was a reduction in cholesterol, sucrose, cooking salt and alcohol consumption. The nutrient density for all vitamins and minerals was increased. Nutritional preferences were modified in favour of low fat and high fibre food and drinks. Conclusion: Due to the long-term success with respect to weight loss and modification in dietary behaviour established, the weight reduction method „Schlank ohne Diät” is well suited to weight reduction. Herewith a professional program can be offered to people with weight problems and as such contribute to the prevention and therapy of overweight.

Literatur

Univ.-Doz. Mag. Dr. Ingrid Kiefer

Zentrum für Public Health · Institut für Sozialmedizin

Rooseveltplatz 3

1090 Wien · Österreich

eMail: ingrid.kiefer@meduniwien.ac.at

Univ.-Prof. Dr. Michael Kunze

Zentrum für Public Health · Institut für Sozialmedizin

Rooseveltplatz 3

1090 Wien · Österreich

eMail: michael.kunze@meduniwien.ac.at