Einleitung: Die systemische Antibiotikagabe bei operativen Eingriffen an der Haut ist immer noch
weit verbreitet. Während dies als Endokarditisprophylaxe bei gefährdeten Patienten
unumstritten ist, erscheint der Sinn und Nutzen einer prophylaktischen Gabe zur Vermeidung
von Wundinfektionen fraglich. Patienten und Methode: Anhand unseres operativen Patientengutes vergleichen wir die Rate der Wundinfektionen
nach stationärer, zweizeitiger Exzision von Basaliomen im Gesicht unter geänderten
Behandlungsbedingungen. In dieser Arbeit wurden der Zeitraum zwischen Exzision und
endgültigem Verschluss, die Art der Wundabdeckung und die Gabe von Antibiotika hinsichtlich
der Wundinfektionsrate untersucht. Diskussion: An der untersuchten Stichprobe bestätigt sich die Auffassung, dass der Verzicht auf
eine prophylaktische Antibiotikagabe die Wundinfektionsrate nicht verschlechtert.
Entscheidend für das Auftreten von Wundinfektionen ist vielmehr der Zeitraum zwischen
offenener Exzision und endgültigem Verschluss, die Art der vorübergehenden Wundabdeckung
und die Wundspannungsverhältnisse. Eine generelle, prophylaktische Gabe einer Antibiose
zur Vermeidung von Wundinfektionen erscheint uns demnach nicht sinnvoll.