Inf Orthod Kieferorthop 2005; 37(3): 166-176
DOI: 10.1055/s-2005-836899
© Georg Thieme Verlag

Klasse-II-Behandlung - Fragebogen und Fallbeispiele

Class II Malocclusion Treatment - Questionaire and Case ReportsD. Damon
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Publication Date:
05 October 2005 (online)

Frage 1

Beobachten sie bei ihren Klasse-II-Patienten häufiger eine maxilläre Protrusion oder eine mandibuläre Retrusion? Welche Parameter verwenden sie zur Diagnostik der Klasse-II-Fehlbisslage? Welches kephalometrische Analyseverfahren und welche Weichteilpunkte bzw. -strecken verwenden sie?

Ich hatte das große Glück, im Rahmen meiner Arbeit für die Facharztprüfung die Auswirkungen der vom Headgear ausgeübten Kräfte auf Zähne und Oberkiefer zu untersuchen. Dabei dienten Implantate nach Björk als feste Referenzpunkte für die Beurteilung der skelettalen Veränderungen. Nachdem ich die Fernröntgenaufnahmen von behandelten und unbehandelten Patienten hunderte von Stunden lang ausgewertet hatte wurde klar, dass bei den meisten Klasse-II-Fällen der Unterkiefer fehlgebildet war. Aus diesem Grund war es logisch, eher solche Therapieansätze zu verfolgen, die den Unterkiefer verändern, als die Maxilla zu retrudieren.

Mein wichtigstes Hilfsmittel bei der Diagnostik ist, dass ich versuche vorauszusehen, wie das Gesicht meines heranwachsenden Patienten wohl im Alter von 50 Jahren aussehen wird. Dies bedeutet, die Auswirkungen der therapeutischen Maßnahmen auf die Ausgewogenheit und die Symmetrie des Gesichtes sowohl im Profil, als auch in Frontalansicht sorgfältig zu beurteilen. Hauptanhaltspunkte dafür sind etwa die Form der Nase, der Nasolabialwinkel, Breite und Fülle der Lippen, die Lage des Kinns, die seitlichen dunklen Dreiecke beim Lächeln und die Lachkurve, um nur einige zu nennen. Zusätzlich verwende ich eine kephalometrische Analyse, um Neigung und Lage von Zähnen und Kiefern zu bestimmen.