Aktuelle Neurologie 2005; 32(8): 463-471
DOI: 10.1055/s-2005-866909
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Topiramat zur Prophylaxe von Kopfschmerzen

Topiramate in the Prevention of HeadacheH.-C.  Diener1 , A.  May2 , V.  Limmroth1
  • 1Universitätsklinik für Neurologie, Essen
  • 2Universitätsklinik für Neurologie, Universitätsklinik Eppendorf, Hamburg
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Publication Date:
16 August 2005 (online)

Zusammenfassung

In drei großen plazebokontrollierten randomisierten Studien konnte die Wirksamkeit von Topiramat zur Prophylaxe der Migräne belegt werden. Dabei zeigte sich, dass Tagesdosen zwischen 25 und 200 mg wirksam sind. Die Responderrate liegt um 50 %. Jenseits einer Tagesdosis von 100 mg nehmen allerdings die Nebenwirkungen deutlich zu, sodass empfohlen wird, in einem Dosisbereich zwischen 50 und 100 mg zu behandeln. Bei einzelnen Patienten ist aber schon eine Dosis von 25 mg wirksam. Als häufigste aber meist transiente und leicht ausgeprägte Nebenwirkung wurden Parästhesien beobachtet. Andere Nebenwirkungen, die zum Teil zum Studienabbruch führten, umfassen Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Gedächtnisstörungen, Müdigkeit, Angstgefühle und Wortfindungsstörungen. Treten deutliche Wortfindungsstörungen auf, muss die Substanz abgesetzt werden. Topiramat zeigt auch in einigen offenen und einer plazebokontrollierten Studie eine Wirksamkeit beim Cluster-Kopfschmerz. Die Erfahrung der Autoren zeigt, dass aber bei einem Teil der Clusterpatienten höhere Dosierungen als bei der Migräne verwendet werden müssen. Derzeit werden randomisierte Studien mit Topiramat bei Patienten mit chronischer Migräne mit und ohne medikamenteninduzierten Dauerkopfschmerz durchgeführt.

Abstract

Patients with frequent migraine attacks need prophylactic treatment. Topiramate was superior to placebo in 3 randomised trials for preventive migraine therapy. Effective doses range between 25 and 200 mg. Response rates yield up to 50 %. Doses > 100 mg lead to an increase in side effects, hence dose between 50 and 100 mg are recommended as standard doses. In single patients doses of 25 mg were shown to be effective. Adverse events include paraesthesia, insomnia, loss of appetite, dizziness, anxiety and difficulties in word retrieval. In cases of severe word retgrieval topiramate should be discontinued. Topiramate may also be effective in the prophylactic treatment of cluster headache. Effective doses appear to be higher than the ones used in migraine. The treatment of chronic migraine with and without medication overuse headache with topiramate is currently investigated in 2 prospective placebo-controlled trials.

Literatur

Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, FAHA, FAAN 

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