Aktuelle Neurologie 2005; 32 - M249
DOI: 10.1055/s-2005-919286

Schmerzerkennung und Schmerzmessung bei Menschen mit Demenz

M Schuler 1
  • 1Heidelberg

Eine Vielzahl von Studien belegt, dass Patienten mit Demenz deutlich weniger Analgetika als kognitiv unbeeinträchtigte Personen der gleichen Altersgruppe verschrieben bekommen. Da subjektive Schmerzberichte mit steigendem Grad kognitiver Beeinträchtigung seltener werden, könnte der Schluss gezogen werden, Personen mit einer Demenz litten seltener als nicht demente Personen an schmerzhaften Zuständen. Eine alternative Erklärung wäre, dass bei dementen Patienten die verbale Kommunikation von Schmerzen beeinträchtigt ist. Eine weitere Erklärung für die geringere Häufigkeit von Schmerzberichten bei dementen Personen könnte darin bestehen, dass die Demenz selbst zu Veränderungen des Schmerzerlebens führt und nozizeptive Reize in anderer Weise verarbeitet werden. Aus diesen Gründen ist die Schmerzerkennung und – messung gerade bei Menschen, die sich schlecht oder nicht mehr zu Schmerzen äußern können, von großer Bedeutung. und soll in dem Vortrag besondere Berücksichtigung finden.

In der englisch-sprachigen Literatur existieren eine Vielzahl von Vorschlägen für die strukturierte Erfassung und Messung von Schmerzen für den angesprochenen Personenkreis. Sie basieren überwiegend auf Verhaltensbeobachtungen. Diese Instrumente sind allerdings häufig nicht an den Älteren geprüft, für die sie empfohlen werden, oder es fehlt an den notwendigen Prüfungen zur Reliabilität und Validität.

Nach einer Übersicht über die verfügbaren deutschsprachigen Instrumente, werden Ergebnisse zur Reliabilität und Validität eines deutschsprachigen Instruments zur Beurteilung von Schmerzen bei Dementen (BeSD) vorgestellt und diskutiert.