Geburtshilfe Frauenheilkd 2006; 66(6): 545-548
DOI: 10.1055/s-2006-923865
Editorial

Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Das familiäre Mamma- und Ovarialkarzinom

Hereditary Breast and Ovarian CancerM. Kiechle1 , A. Meindl1
  • 1Frauenklinik der Technischen Universität München
Further Information

Publication History

Publication Date:
26 June 2006 (online)

Grundlagen

Frauen mit einer familiären Belastung für Brust- und Eierstockkrebs stellen eine kleine Gruppe von Frauen dar, die ein stark erhöhtes Risiko für Brust- und/oder Eierstockkrebs haben und die meist vor dem 50. Lebensjahr bereits an Krebs erkranken. Bei rund 5 % der an Brust- und/oder Eierstockkrebs Erkrankten und bei ca. 0,3 % der gesunden Frauen liegt eine erbliche Belastung vor. Der erbliche Brust- und Eierstockkrebs wird autosomal dominant vererbt, wobei je nach Krebsart unterschiedliche Penetranzen vorliegen. In rund 50 % der eindeutig familiären Fälle liegen Mutationen in den sog. Brustkrebsgenen BRCA1 (Breast Cancer Gene) oder BRCA2 vor. Diese Gene sind seit 1994 bzw. 1995 bekannt und können mit molekulargenetischen Methoden untersucht werden. Für die restlichen 50 % der erblichen Erkrankungen werden Mutationen in weiteren, noch nicht identifizierten Brustkrebsgenen verantwortlich gemacht. Frauen mit einer Mutation in einem der beiden Brustkrebsgene haben ein lebenslanges Risiko von bis zu 80 % an Brustkrebs und von 20 - 60 % an Eierstockkrebs zu erkranken. Im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ist damit das lebenslange Risiko für Brustkrebs rund 10fach, für Eierstockkrebs rund 50fach erhöht.

Literatur

Prof. Dr. med. Marion Kiechle

Klinikum rechts der Isar
Frauenklinik und Poliklinik der TU

Ismaningerstraße 22

81675 München

Email: [email protected]