Geburtshilfe Frauenheilkd 2006; 66(10): 952-955
DOI: 10.1055/s-2006-924593
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Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Kollagenmatrix-Mesh-Implantate (Veritas®) in der operativen Therapie der Rektozele

Persistent Rectocele Grade 3 and 4 Repair Using Veritas™ Collagen-Matrix Implants: Preliminary ResultsC. Göpel1 , S. Störer1 , E. Ulbrich1 , C. Thomssen1
  • 1Klinik für Gynäkologie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle
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Publikationsverlauf

Eingang Manuskript: 7.8.2006

Akzeptiert: 29.8.2006

Publikationsdatum:
26. Oktober 2006 (online)

Zusammenfassung

Einleitung: Genitalprolaps ist häufig bei Untersuchungen des Beckenbodens postmenopausaler Frauen zu beobachten. Die konservative Behandlung mit Beckenbodengymnastik und lokaler Estrogenisierung steht an erster Stelle. Die operativen Möglichkeiten werden bei zahlreichen Innovationen kontrovers diskutiert, wobei die vaginalen Zugangswege favorisiert werden. Da bei jeder dritten Patientin ein Rezidiv zu beobachten ist, werden in der Rezidiv-Chirurgie zunehmend Netzimplantate eingesetzt. Bisher zeigte nicht resorbierbares alloplastisches Material recht gute postoperative Ergebnisse, gelegentlich treten aber Abstoßungen, vaginale Erosionen oder Infektionen auf. Eine Erweiterung des Spektrums alloplastischer Materialien stellen die Kollagen-Implantate dar. Diese Arbeit zeigt die Ergebnisse unsere Anwendungsbeobachtungen nach Einsatz biologischer Implantate. Methode: Von 03/2004 bis 12/2004 unterziehen sich 18 postmenopausale Patientinnen nach lokaler Estrogenisierung mit einer Grad-3- oder -4-Rezidiv-Rektozele (nach Baden und Walker) einer posterioren Kolporraphie mit Einnaht eines 4 × 7 cm Kollagenmatrix-Mesh-Implantats (Veritas®) und seitlicher Fixation (Abb. [1], [2], [3]). Eine Beobachtung wird unmittelbar postoperativ, nach 6, 12 und 18 Monaten (median 15 Monate) durchgeführt. Ergebnisse: Bei allen Patientinnen gab es keine intraoperativen Komplikationen (Blutungen, Darmverletzungen). Ebenso werden postoperativ keine Mesherosionen bzw. Hinweise auf Infektionen oder Unverträglichkeit dokumentiert. Eine Rezidiv-Rektozele ist zu beobachten. Zusammenfassung: Im Gegensatz zu den häufiger angewendeten, nicht resorbierbaren Netzen mit guten Heilungsraten, aber einer nicht zu unterschätzenden vaginalen Erosionsrate in den Anfangsjahren, werden auch Bio-Implantate im Rahmen der Prolapschirurgie eingesetzt. Sie sind vor allem durch eine geringe Rate an Erosionen und Infektionen gekennzeichnet. Unsere ersten Ergebnisse lassen ebenso eine gute Verträglichkeit des Veritas® Kollagen-Mesh vermuten. Jedoch sind weitere Daten über einen längeren Zeitraum dringend erforderlich.

Abstract

Purpose: To assess the feasibility and efficacy of Veritas™ Collagen-Matrix implants for the treatment of persistent rectocele. Material and Methods: Eighteen patients who underwent posterior vaginal wall repair for persistent rectocele via a vaginal approach with Veritas bovine collagen matrix (Synovis, St. Paul, MN, USA) were evaluated retrospectively. The women were post-menopausal and used vaginal estrogen for at least two weeks preoperatively. The posterior vaginal wall was reinforced with Veritas collagen matrix in all patients. Healing was assessed based on the incidence of prolapse recurrence, the presence of infection, granulation tissue, and eroded suture materials in the vagina postoperatively. Results: None of the 18 patients developed a postoperative vaginal infection, and none had vaginal erosion of the material. No patient had tissue disruption at the suture lines. Follow-up examinations were carried out after 6, 12 and 18 months (median 15 months). There were no vessel or bladder injuries and no postoperative complications. One non-symptomatic recurrent rectocele was observed. Conclusion: Veritas™ Collagen-Matrix implants do not appear to impede healing in vaginal urogynecologic surgery. These preliminary results suggest that bovine collagen implantation is a safe and effective treatment for posterior vaginal wall prolapse. Further studies are needed.

Literatur

OA Dr. med. Christian Göpel

Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe
Abteilung Urogynäkologie
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Ernst-Grube-Straße 40

06097 Halle

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