Zusammenfassung
Es wird über das eigenartige Phänomen berichtet, daß die Menschheit in geschichtlichen
Zeitabschnitten auch geschichtlich bedingte vordergründige Krankheiten aufweist. So
zum Beispiel früher die Pocken, die Pest und die Cholera. Später, nach der Entdeckung
der neuen Welt, die Syphilis, dann im Zeitalter des Romantizismus die Tuberkulose.
Mit der Heraufsetzung des Durchschnittalters tritt das Krebsleiden häufiger in Erscheinung.
Die Chemotherapie scheint die akuten, großen Infektionskrankheiten zu beherrschen,
doch führen diese Eingriffe wiederum zu einer Fülle neuer Krankheitsbilder, die zu
den Erscheinungen der Allergie und der chronischen vegetativen Krankheiten hinführen
und zu einer verheerenden Massenerscheinung werden. Die Menschheit nimmt immer mehr
physisch sowohl wie psychisch Schaden. Mit alleiniger medizinischer Technik auf der
Basis der sogenannten exakten Wissenschaft ist diesen Erscheinungen nicht beizukommen.
Wir müssen die Krankheit in ihrem gesamten umweltbedingten, merklichen Zusammenhang
erkennen. Ohne Berücksichtigung der Veränderungsvorgänge in der Dynamik der Krankheiten
können wir als Ärzte den Menschen nicht helfen.