Einleitung: Ablationsverfahren wie die Radiofrequenztherapie (RFA) finden bei der Therapie von
Lebertumoren zunehmende Verbreitung. Für die RFA haben wir ein bipolares RF-Applikationssystem
entwickelt, welches die Einschränkungen der bislang zur Verfügung stehenden monopolaren
Applikationssysteme ausgleichen soll. Ziel dieser Studie war es, unterschiedliche
Applikationsmodi für dieses System zu vergleichen, um Applikationsparameter für den
klinischen Einsatz zu erhalten.
Methode und Material: An Rinderleber erfolgte die Induktion von Thermoläsionen durch ein bipolares RF-Applikationssystem
(ø 1,8mm, Länge 40mm). Es wurden 4 Applikationsmodi eingesetzt. Gruppe I: bipolare
RF mit 1 Applikator (25 W, 25 kJ). Gruppe II: metachrone bipolare RF mit 3 Applikatoren
(25 W, 25 kJ, Abstand 4cm). Gruppe III: synchrone bipolare RF mit 3 Applikatoren (je
25 W, je 25 kJ, Abstand 4cm). Gruppe IV: multipolare RF mit 3 Applikatoren (125 W,
75 kJ, Abstand 4cm). In Gruppe IV wechselte der Stromfluss zwischen allen potentiellen
Elektrodenpaaren. Postinterventionell wurden die Läsionen planimetriert, vermessen
sowie die Effektivität des Vorgehens (LVol/10kJ) und die Volumina berechnet.
Ergebnisse: Durch die synchrone und multipolare Applikation kam es zu konfluierenden Läsionen
mit Vergrößerung des Volumens um das 1,3-fache bzw. 2,2-fache im Vergleich zur metachronen
Applikation (p<0.01). Bei multipolarer Applikation resultierten bei gleicher Applikationsdauer
und applizierten Energie signifikant größere Läsionsdurchmesser und der höchste Effektivitätsindex
(s. Tabelle; *=p<0,01 zur vorherigen Gruppe, Kruskal-Wallis-Test).
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Applikationsmodus
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Applizierte Energie (kJ)
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Applikations- dauer (min)
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Max. Läsions- durchmesser (mm)
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Ges.-Volumen (ccm)
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Läsionsvolumen/10kJ (ccm)
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Gruppe I
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25
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16±1.2
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2.9±0.5
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20.3±9
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8,1
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Gruppe II
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75
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48±4.5*
|
3.0±0.6
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56.6±12*
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7,5
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Gruppe III
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75
|
17±1.5
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5.5±0.7*
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75.5±11*
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10,1
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Gruppe IV
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75
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15±1.3
|
6.5±1.1*
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121.7±22*
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16,1
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Schlussfolgerungen:
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Durch das bipolare Applikationssystem lassen sich klinisch relevante Thermoläsionen
induzieren, ohne dass die Gefahr abberrierender Energieflüsse auftritt
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Durch die Modifikation der Applikationstechnik können Thermoläsionen bis zu einem
Durchmesser von über 6cm induziert werden
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Die multipolare Applikationstechnik weist bei gleicher Applikationsdauer die höchste
Effektivität auf.