Geburtshilfe Frauenheilkd 2006; 66 - PO_G_01_09
DOI: 10.1055/s-2006-952427

Über die Kontamination des Wassers

A Thöni 1
  • 1Sanitätsbetrieb Brixen Krankenhaus Sterzing Gynäkologie und Geburtshilfe, Sterzing/Südtirol, Italien

Fragestellung:

Ziel dieser Studie war es, das Wasser in der Gebärwanne auf pathogene Keime zu untersuchen und die im Wasser geborenen Kinder hinsichtlich der Infektionsrate mit den auf konventionelle Art geborenen Kindern zu vergleichen.

Methode:

Bei 300 Wassergeburten wurde in einer prospektiven Studie die Keimbestimmung des Wassers durchgeführt. Es wurden jeweils zwei Wasserproben aus der Wanne entnommen, die erste nach Füllung mit dem Leitungswasser (A-Probe), die zweite nach erfolgter Geburt in der Wanne (B-Probe). Zusätzlich wurden durch den Pädiater die Anzeichen von Infektionen bei Neugeborenen während des stationären Aufenthaltes dokumentiert.

Ergebnisse:

Bei den A-Proben fanden sich in 29% Legionellen, in 22% Pseudomonas aeruginosa, in 18% Enterokokken, in 32% coliforme Keime und in 8% Escherichia coli. Nach dem Einbau des Filtersystems wurden Legionellen nicht mehr nachgewiesen. Pseudomonas aeruginosa war nur noch in 3% der Proben vertreten. Bei den B-Proben fanden wir in 81% eine erhöhte Belastung durch coliforme Keime. Eine starke Belastung von Escherichia coli wurde in 58% der Proben nachgewiesen.

Bei 1,15% der im Wasser geborenen Kinder (14 von 1215) wurde wegen klinischen und biochemischen Verdachts auf eine beginnende Infektion ein Antibiotikum verabreicht. Dagegen waren es bei den Neugeborenen zu Lande 2,30% (19 von 817).

Schlussfolgerung:

Es ist offensichtlich, dass während der Pressphase Stuhl in die Gebärwanne ausgeschieden wird und das Wasser vor allem durch Escherichia coli und coliforme Keime und geringfügig auch mit Staphylococcus aureus belastet wird. Durch den Einbau eines Filtersystems im Zuleitungsschlauch der Gebärwanne konnte die Kontamination des Leitungswassers mit Legionellen und Pseudomonaden deutlich reduziert werden. Kindliche Infektionen waren nach den Wassergeburten nicht häufiger zu beobachten als nach Landgeburten.