Laryngorhinootologie 2006; 85(10): 712-714
DOI: 10.1055/s-2006-954412
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Tonsillektomie - Dexamethason mindert postoperative Schmerzen

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Publikationsdatum:
09. Oktober 2006 (online)

 

Die Entfernung der Rachenmandeln führt, besonders bei Erwachsenen, nach wie vor häufig zu postoperativen Beschwerden. Wie sich Dexamethason in der Narkoseeinleitung auf Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen nach dem Eingriff auswirkt, untersuchten kürzlich S. McKean et al. in einer schottischen Klinik (Clin Otolaryngol 2006; 31: 36-40).

Die britischen Forscher nahmen in ihre doppelblinde, randomisierte, plazebokontrollierte Studie 72 Patienten zwischen 16 und 70 Jahren auf, bei denen eine Tonsillektomie in Vollnarkose geplant war. Ausschlusskriterien waren Verdacht auf Malignität, unilaterale Tonsillektomie und Kontraindikationen gegen nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR). Während der Narkoseeinleitung gaben die Anästhesisten zusätzlich zu Propofol und Mivacurium 10 mg Dexamethason i.v. oder isotone Kochsalzlösung.

Nach dem Eingriff erhielten die Teilnehmer Fragebögen für den Operationstag und 7 weitere Tage. Hier sollten sie täglich Übelkeit und Erbrechen dokumentieren sowie Schmerzen anhand einer visuellen Analogskala einschätzen. Außerdem wurde der Zeitpunkt der ersten Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme erfragt. Zu den verabreichten Analgetika zählten NSAR sowie niedrig- und hochpotente Opioide. Der individuelle Schmerzmittelbedarf wurde nicht erfasst.

Der vorliegenden Studie zufolge trägt die Gabe von Dexamethason in der Narkoseeinleitung dazu bei, postoperative Beschwerden nach einer Tonsillektomie zu reduzieren (Bild: Archiv).