Zusammenfassung
In zwei kontrollierten klinischen Doppelblindstudien wurde die Wirksamkeit von Opipramol
bei ambulanten Patienten mit generalisierter Angststörung (Generalized Anxiety Disorder
= GAD) und bei Patienten mit somatoformen Störungen untersucht.
Die erste Studie schloß insgesamt 312 Patienten ein, die nach einer siebentägigen
Wash-out-Periode für 4 Wochen entweder mit Plazebo, mit Opipramol (200 mg/die) oder
als aktive Vergleichssubstanz mit dem Benzodiazepin Alprazolam (2 mg/die) behandelt
wurden. Sowohl unter Opipramol als auch unter Alprazolam besserte sich die Angstsymptomatik
statistisch signifikant stärker als unter Plazebo. Bezüglich der Nebenwirkungshäufigkeit
ergab sich kein signifikanter Unterschied zwischen den drei Behandlungsgruppen, wobei
unter Alprazolam häufiger Müdigkeit zu verzeichnen war als unter Opipramol und Plazebo.
Angesichts des Abhängigkeitspotentials der Benzodiazeplne erscheint somit Opipramol,
das keine derartige Problematik aufweist, als Behandlungsalternative von besonderem
Wert bei Patienten mit GAD.
Die zweite Studieumfaßte 200 Patienten mit somatoformen Störungen. Da bisher für
dieses häufige Störungsbild keine anerkannte und als wirksam belegte psychopharmakologische
Behandlungsmöglichkeit existiert, wurde in dieser Studie keine aktive Kontrollsubstanz
verwendet. Nach sechswöchiger doppelblinder Behandlungszeit erwies sich Opipramol
in den untersuchten Wirksamkeitsparametern [Hamilton-Angstskala (HAMA-Gesamtscore,
HAMA-Somatisch als Hauptzielgröß, HAMA-Psychisch), Hamilton-Depressions-Skala, Clinical
Global Impression, Symptom Check List- 90 items - revised] Plazebo als statistisch
signifikant überlegen. Hinsichtlich Verträglichkeit und Nebenwirkungen fanden sich
keine signifikanten Unterschiede zwischen Opipramol und Plazebo.