Zusammenfassung
Es wird über tympanometrische Untersuchungen an 21 Leichenschläfenbeinen berichtet.
Die Tympanogramme zeigen bei stufenweisem Abbau des Schalleitungsapparates wachsende
Kompleanz-maxima. Die Veränderungen im Kurvenverlauf nach Absaugen der Peri- und Endolymphe,
Eröffnung der Paukenhöhle und Durchtrennung der Mittelohrmuskeln sind jedoch bei 220-Hz-Sondenton
so gering, dass keine Abweichungen von der Norm festgestellt werden können. Erst nach
Durchtrennung der Amboß-Steigbügel-Verbindung tritt eine starke Kompleanzerhöhung
im Tympanogramm auf, die einen pathologischen Zustand des Schalleitungsapparates signalisiert.
Daher sollte der Wert der Tympanometrie mit 220-Hz-Sondenton für die klinische Mittelohrdiagnostik
nicht überschätzt werden.
Summary
It is reported on tympanometrie investigations of 21 postmortem temporal bones. Tympanograms
(220 Hz probe tone) show increasing compliance maxima with stepwise destruction of
the sound conduction apparatus. After sucking off peri- and endolymph, opening the
tympanic cavity and cutting the middle ear muscles compliance increments, however,
are rather small and we get tympanograms within normal range. Only when cutting incus-stapes-connection
tympanograms exhibit abnormal high compliance maxima. Therefore the value of tympanometry
with 220 Hz probe tone should not be overestimated for clinical middle ear diagnosis.