Abstract
Drugs which enhance cognition may benefit the two largest groups of psychiatric patients
who have been bypassed during the psychopharmacological revolution of the past 35
years: those with development mental disabilities and those with brains ravaged by
senile dementias. But who among us would not benefit from such a drug, if indeed it
could enhance normal performance? Establishing suitable animal models for developing
such drugs has been a major problem. Lesioning experiments dictate the answers as
well as the questions, delimiting the type of drug to remedy the defect. Other lesions
which are less specific, such as anoxia or deficiency of some vitamin or metabolite,
may not have particular relevance to the clinical situation. The best animal models
would employ learning paradigms that mimic the problems encountered by the disabled
patient. Testing new compounds in the clinic also has problems. Subjects should not
be so deteriorated to require a miracle drug to show any effect. The characteristic
variability in function of such patients must be taken into account, to assure that
any changes are not simply within the normal range of variability. Thus, we may need
a new kind of statistical approach to analyzing data, based more on individual responses
than on group means. Finally, the end-points should be based on an improved quality
of life both for patients and their caretakers. We need a different set of measurement
criteria.
Despite these difficulties the search for drugs which enhance cognition should not
be delayed. The payoffs of success will be high for everyone.
Zusammenfassung
Kognitionsverstärkende Präparate könnten sich als segensreich bei den beiden umfangreichsten
Gruppen psychiatrischer Patienten erweisen, an denen die psychopharmakologische Revolution
der letzten 35 Jahre vorbeiging: deren geistige Entwicklung zurückgeblieben ist und
solche, deren Gehirn durch senile Demenz Schädigungen erlitten hat. Eigentlich dürfte
jeder aus einem die normalen Leistungen steigernden Präparat Nutzen ziehen können.
Ein großes Problem ist in dieser Hinsicht die Schaffung geeigneter tierexperimenteller
Modelle. Experimente mit Läsionen diktieren sowohl die Antworten als auch die Fragen
und begrenzen die Präparatanwendung auf eine Beseitigung des Defekts bzw. der Verletzung.
Andere, weniger spezifische Läsionen wie z. B. Anoxie oder Mangel an einem bestimmten
Vitamin oder Stoffwechselprodukt könnten für die vorliegende klinische Situation nicht
besonders relevant sein. Den besten Tiermodellen würden Lernparadigmen zugrundeliegen,
welche die Probleme des behinderten Patienten nachstellen. Die Erprobung neuer Verbindungen
in der Klinik stellt uns ebenfalls vor Probleme. Die Patienten sollten nicht erst
so weit geschädigt sein, daß nur noch eine Wunderdroge wirksam sein kann. Die charakteristische
Eigenvariabilität der Funktionen eines Patienten muß berücksichtigt werden, um sicherzustellen,
daß es sich bei den beobachteten Veränderungen nicht lediglich um eine normale Variationsbreite
handelt. Wir müßten also mit neuem statistischem Rüstzeug an unsere Aufgabe herangehen,
wobei mehr Wert auf die Reaktionen der Einzelmitglieder einer Gruppe gelegt werden
sollte als auf die Mittelwerte der Reaktionen der gesamten Gruppe. Schließlich wäre
das erstrebenswerte Ziel eine Verbesserung der Lebensqualität sowohl des Patienten
als auch seiner Betreuer. Wir brauchen also neue Meßkriterien.
Trotz dieser Schwierigkeiten sollte in der Suche nach neuen kognitionsverstärkenden
Präparaten keine Verzögerung eintreten. Der Gewinn des Erfolges wäre mit Sicherheit
für alle Beteiligten lohnend.