Abstract
In order to discover and develop drugs to treat cognitive decline, animal tests are
needed which will predict clinical activity. The process of developing such animal
models does not differ, in principle, from the approaches used in other areas of psychotropic
drug research. One research approach involves attempts to create models homologous
with the disorder to be treated. This requires a thorough analysis of the clinical
problem and an attempt to reproduce the biological and behavioral aspects of the disorder
in animals. Recent studies of the effects of certain brain lesions on learning in
monkeys or rats as models of Alzheimer's disease may go some way towards developing
an animal model for this disorder. However, it is arguable whether this approach to
"modelling" has ever had much success in psychopharmacology. A more pragmatic strategy
involves the development of what are sometimes called empirical models, according
to which any biological and behavioral test can be used if it provides a reasonable
prediction of activity in the clinic. For example, the much used passive avoidance
test in rodents does not need to model human cognition if it accurately predicts clinical
activity. The extent to which this approach can be used successfully for evaluating
cognition-enhancing drugs is discussed in view of the many drugs already marketed
as cognition enhancers.
Zusammenfassung
Die Entdeckung und Entwicklung von Mitteln für die Therapie von kognitivem Verfall
bedürfen Tierexperimenten, die die klinische Wirkung voraussagen. Im Grunde unterscheidet
sich der Entwicklungsprozeß solcher Tiermodelle nicht von dem in anderen Bereichen
psychotropischer Arzneimittelforschung üblichen Ansatz. Ein Forschungsansatz umfaßt
Versuche, der zu behandelnden Erkrankung analoge Modelle zu schaffen. Dies erfordert
eine gründliche Analyse des klinischen Problems sowie den Versuch, Verhaltensmerkmale
und biologische Aspekte der Erkrankung im Tierexperiment nachzuvollziehen. Neuere
Untersuchungen der Wirkung bestimmter Gehirnläsionen auf Lernverhalten in Affen oder
Ratten als Modelle der Alzheimer- Krankheit stellen möglicherweise einen Schritt zur
Entwicklung eines Tiermodells für diese Erkrankung dar. Es ist jedoch fraglich, ob
dieser Ansatz zur ,,Modellierung" jemals viel Erfolg in der Psychopharmakologie gehabt
hat. Eine pragmatische Strategie umfaßt die Entwicklung von sogenannten empirischen
Modellen, wonach jedes biologische Modell bzw. Verhaltensmodell angewendet werden
kann, sofern es die klinische Wirkung mit angemessener Genauigkeit voraussagt. Der
häufig angewendete passive Vermeidungs- Test bei Nagetieren muß zum Beispiel kein
Modell für die menschliche Wahrnehmung sein, sofern er die klinische Wirkung genau
voraussagt. Angesichts der vielen schon auf dem Markt befindlichen ,,Wahrnehmungsverbesserer"
wird diskutiert, in welchem Maße dieser Ansatz zur Auswertung wahrnehmungsverbessernder
Mittel mit Erfolg angewendet werden kann.