Zusammenfassung
Maligne Tumoren weisen meist eine andere Durchblutung auf, als benigne. Diese Tatsache
kann in der sonographischen Dignitätsdiagnostik genutzt werden. Voraussetzung ist,
daß die eingesetzte Technologie diese Unterscheidung, die sich in den extrem langsam
durchflossenen kleinsten Gefäßen darstellt, zu detektieren vermag. Anwendung fand
das Gerät Sonolayer SSH 140A/Toshiba und Quantum 2000/Siemens. Beide Geräte waren
in der Lage, in untersuchten Geweben den langsamen Blutfluß zu detektieren. Somit
scheint die Durchblutungsdiagnostik am inneren Genitale nicht in dem Maße von der
Gerätetechnik abhängig zu sein, wie wir dies für die Brust zeigen konnten. 41 Patientinnen
mit Ovarialtumoren (22 maligne, 19 benigne), 31 Patientinnen mit Endometriumveränderungen
(17 maligne, 14 benigne) und 33 Patientinnen mit Zervixveränderungen (19 maligne,
14 benigne) wurden präoperativ untersucht, das Ergebnis zur Histologie korreliert.
Zur Auswertung kam der niedrigste gemessene Resistance-Index (RI). Folgende RI-Werte
wurden gemessen:
Ovarialtumoren: maligne 46%, benigne 78% (49%)
Korpusbefunde: maligne 54%, benigne 65% (55%)
Zervixbefunde: maligne 55%, benigne 79% (58%)
Die Werte in Klammern geben die Ergebnisse der prämenopausalen Patientinnen in der
Gruppe der benignen Veränderungen an. Die Unterteilung in Prä- und Postmenopause ist
entscheidend. Die Organe des inneren Genitale sind physiologischerweise höher durchblutet
als beispielsweise die Brust. Somit ist der Unterschied zwischen benigner und maligner
Veränderung geringer. Wie unsere Ergebnisse zeigen, ist eine Unterscheidung vor der
Menopause aufgrund des dann vorherrschenden Durchblutungsmusters kaum möglich, während
nach der Menopause der Unterschied zwischen gut- und bösartig hochsignifikant ausfällt
und hier ein wichtiges Diagnostikum werden wird. Eine postmenopausale Hormonbehandlung
kann wiederum eine Unterscheidung zwischen der erhöhten Durchblutung in malignen Tumoren
und dem erhöhten Blutfluß aufgrund der Behandlung unmöglich machen. Werden alle aufgeführten
Einschränkungen berücksichtigt, scheint die Durchblutungsdiagnostik von Veränderungen
des inneren Genitale in der Postmenopause einen Beitrag zur Dignitätsdiagnostik leisten
zu können.
Abstract
Malignant tumours differ mostly from benign lesions in their blood supply. This fact
can be used in the sonographic diagnosis of the tumour status. This, however, depends
on the availability of ultrasound equipment, capable of demonstrating this difference,
which can only be detected in smallest blood vessels, in which the blood flow is extremely
slow. We employed the Sonolayer SSH 140A (Toshiba, Japan) and the Quantum 2000 (Siemens,
Germany) for diagnosis of lesions of the female inner genital tract. Both instruments
could visualize the slow blood flow velocities in the tissues examined. Diagnosis
of blood circulation in tumours of the inner genital tract thus seems less dependent
on the technology employed as is the case in examining the breasts. 41 patients with
ovarian tumours, 31 with endometrial pathology, and 33 with cervical lesions were
examined preoperatively. Findings were correlated to histology. The lowest resistance
index (RI) measured was evaluated. The following RI values were found:
Ovarian tumours: malignant 46 %, benign 78% (49%)
Tumours of the corpus uteri: malignant 54%, benign 65% (55%)
Cervical lesions: malignant 55%, benign 79% (58%)
Results in premenopausal women with non-malignant lesions are specified in brackets.
Pre- and postmenopausal status proved essential. When compared to breast findings,
the difference between benign and malignant tumours of the inner genital tract is
less pronounced due to the fact, that, physiologically, these tissues are characterised
by a higher blood supply. Differentiation was thus almost impossible in premenopausal
women. However, in menopausal patients, a highly significant difference between benign
and malignant tumours was found, which could serve as basis for tumour status prognosis.
Hormone therapy in the post-menopause may, however, influence blood supply so much,
that differentiation again becomes almost impossible. Despite these problems still
inherent to the method, ultrasonic examination of blood supply in lesions of the inner
genital tract seems to be a valuable procedure for tumour status prognosis in postmenopaused
patients.