Inf Orthod Kieferorthop 2007; 39(1): VII
DOI: 10.1055/s-2007-960613
Editorial

© Georg Thieme Verlag

Editorial

H.-P. Bantleon1
  • 1Abteilung für Kieferorthopädie, Bernhard Gottlieb Universitätszahnklinik Wien, Österreich
Further Information

Publication History

Publication Date:
13 March 2007 (online)

Selbstligierende Brackets zählen zu den innovativsten Behandlungstechnologien der letzten Jahre in der festsitzenden Kieferorthopädie. Dabei werden in den diversen Produktwerbungen vor allem die geringe Reibung und der dadurch geringere Kraftaufwand als besonders vorteilhaft herausgestrichen. Hinweise auf die elementaren physikalischen Gesetzmäßigkeiten bleiben jedoch aus. So soll dieses Heft zu einem besseren Verständnis der kieferorthopädischen Friktion beitragen.

In einem systematischen Überblick von Glenys Thorstenson wird der Einfluss von Ligatur, Bracket, Bogendraht und Material auf den Gleitwiderstand kieferorthopädischer Apparaturen erläutert. Das Friktionsverhalten selbstligierender und konventioneller Bracketsysteme bei der bogengeführten Zahnbewegung wird in den Arbeiten von Fuck und Drescher sowie Bourauel et al. beschrieben. Der Artikel von Schwarz u. Mitarb. setzt sich mit den positiven Aspekten des Bindings (Verklemmung) kieferorthopädischer Drähte in der Nivellierungsphase auseinander. Sander und Sander konnten eine Reduktion der Reibung mittels elektrischer Zahnbürsten feststellen. Die Effizienz der Tip-Edge-Apparatur wird von Krieger und Pancherz beschrieben. Gruber und Mitarbeiter erklären in einer Übersichtsarbeit das Aktivierungsprinzip von Osteoklasten. Das Ziel aller vorgestellten Arbeiten ist es, eine objektive Darstellung der Friktion der einzelnen Bracketdrahtkombinationen aufzuzeigen, um Ihnen die Wahl der für Sie geeigneten Gerätekombination zu erleichtern. Gleichzeitig hoffen wir, Ihnen mit diesem Heft physikalische Gesetzmäßigkeiten zum Thema Friktion näher gebracht zu haben.

Hans-Peter Bantleon