Die Schwangerschaft bei einer psychisch vorerkrankten Frau oder auch wenn während
der Schwangerschaft erstmals psychische Probleme auftreten birgt für den betreuenden
Psychiater immer besondere Herausforderungen. Dies umso mehr, wenn wegen der ausgeprägten
Psychopathologie die Fortführung oder auch der Beginn einer Psychopharmakotherapie
erforderlich ist. Während in den ersten Wochen das Thema möglicher Teratogenität für
den behandelnden Arzt im Fokus steht, ist es dann in der weiteren Schwangerschaft
die Entwicklung des Kindes und die Balance zwischen einer möglichst niedrigen Medikation
einerseits und Erhalt der psychischen Stabilität der Patientin andererseits. Gegen
Ende der Schwangerschaft sind Aspekte wie Geburtsvorbereitung, Geburtsmodus, evt.
auftretende psychische Symptome unter der Geburt und insbesondere die Frage des weiteren
Vorgehens nach der Geburt von besonderer Bedeutung - nicht zuletzt auf dem Hintergrund,
dass im Vergleich zu einer Schwangerschaft in der Postpartalzeit ein sehr viel höheres
Risiko einer Exazerbation der psychischen Problematik besteht.
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Korrespondenz
Prof. Dr. med. Anke Rohde
Gynäkologische Psychosomatik Zentrum für Geburtshilfe und Frauenheilkunde Universitätsklinikum
Bonn
Sigmund-Freud-Straße 25
53105 Bonn
eMail: anke.rohde@ukb.uni-bonn.de
URL: http://www.femina.uni-bonn.de
URL: http://www.frauen-und-psychiatrie.de