Geburtshilfe Frauenheilkd 1989; 49(4): 363-366
DOI: 10.1055/s-2008-1026601
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Morgens KL-mittags BEL: Ein Ammenmärchen?

Eine prospektive Studie an 1019 PatientinnenIn the Morning Vertex-, at Noon Breech Presentation: A Nursery Tale?A prospective study with 1019 patientsS. Göttlicher, J. Madjaric
  • Bamberg
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Publication Date:
18 March 2008 (online)

Zusammenfassung

Der Anteil von BEL im Verlaufe der 32. bis 40. SSW beträgt 5,1 %, der der KL = 94,9 %, wobei bei den Erstgravidae die BEL in 6,0 % und bei den Mehrgravidae in 4,3% BEL waren. Sub partu fanden sich de facto in 4,5% BEL, wobei die Erstparae (statistisch nicht signifikant) häufiger eine BEL hatten. Eine Drehung aus KL (n = 967) in die BEL war von der 32. bis 40. Woche in 4 Fällen erfolgt = 0,41 %. Bei den Erstparae (n = 484) war sie in o.a. Zeitraum nur in einem Fall = 0,21 % erfolgt, bei den Mehrparae (n = 531) in 3 Fällen = 0,59 %. Umgekehrt war im gleichen Zeitraum eine Drehung der Feten aus BEL (n = 52) in die KL noch in 9 Fällen erfolgt = 17,31 %, wobei die Erstparae (n = 29) noch in 10,34 % eine solche Drehung, die Mehrparae (n = 23) hingegen noch in 26,09 % diese Drehung machten. (Der Unterschied ist wegen der sehr niedrigen Häufigkeiten statistisch nicht signifikant.) Die Drehungen von der KL in die BEL waren sämtlich bis zur 35. Woche beobachtet worden (bei den Erstparae bis zur 32., bei den Mehrparae bis zur 35. Wo.), danach nicht mehr. Die Drehungen von der BEL in die KL waren (von einer - „verspäteten“ - Drehung in der 39. Woche bei einer Mehrpara abgesehen) bis zur 36. Woche erfolgt, wobei diese Lageveränderung bei den Erstparae bis zur 36. Woche erfolgt war, bei den Mehrparae bis zur 35. Woche. So ist, von seltenen Ausnahmen abgesehen, nach unseren Untersuchungen die endgültige Geburtslage um die 35736. Woche festgelegt. Spätere Lageänderungen sind danach kaum zu erwarten. Exakte Zahlen für die noch zu erwartenden Lageänderungen zwischen der 32. und 40. Woche, getrennt nach BEL und KL sowie nach Erst- und Mehrparae sind aus einer Tabelle zu entnehmen (Tab. 1).

Abstract

The percentage of breech presentations in the course of the 32nd to 40th week of gestation is 5.1 %; vertex presentations were found in 94.9 %. In the Primiparae we found 6.0 % of breech presentations against 4.3 % in the multiparae. Sub partu there were breech presentations in 4.5 % (in Primiparae more often than in multiparae). A spontaneous change from vertex- into breech presentation from the 32nd to 40th week of gestation was evident in 4 cases = 0.41 % [in the Primiparae (n = 484) in one case = 0.21 %; in the multiparae (n = 531) in 3 cases = 0.59 %]. A change from breech presentation (n = 52) into vertex presentation occurred in the same period in 9 cases = 17.31 % [in Primiparae (n = 29) in 10.34 %, in multiparae (n = 23) in 26.09 %; the difference is statistically not significant!] All cases of change from vertex- into breech presentation were seen until the 35th week of pregnancy, not later, whereby the cases of change from breech- into vertex presentation happend until the 36th week of pregnancy (except one „late“ change in the 39th week in a multipara), in the Primiparae until the 36th week, in the multiparae until the 35th week of gestation. Thus, apart from rare exceptions, the defmite birth-presentation of the fetus has taken place about the 35th/36th week of gestation. Late changes of position of the fetus are not likely. A diagram with the exact percentages and likelihood of changes of the fetus presentation for primi- and multiparae between 32nd and 40th week of gestation is given.