Abstract
Interferons are components of the nonspecific defense system. Their most prominent
biological roles are the antiviral, the antiproliferative, and the immunoregulatory
activities. However, their primary functions within the organism remains to be determined.
Three types of IFNs have been described so far (IFNα, IFNβ, IFNγ). They possess similar
but not necessarily identical biological activity. Interferons resemble peptide hormones
and growth factors in that they bind to receptors on the cell surface, exert their
activity through a postulated ,,second messenger" and are effective at picomolar concentrations.
Interferons have been used as therapeutic agents in viral and malignant diseases with
encouraging results in some patients. However, in only few instances interferon may
become the standard therapeutic regimen. Since novel therapeutic approaches for cancer
and viral disease are urgently needed, additional clinical trials with interferons
seem to be justified. These have become feasible because sufficient amounts of pure
interferons are available by novel production techniques based on modern biotechnology.
Zusammenfassung
Interferone sind Bestandteile des Abwehrsystems des menschlichen Organismus. Ihre
wesentlichsten biologischen in-vitro-Aktivitäten sind die antivirale, die antiproliferative
und die immunoregulatorische Aktivität; ihre primäre Funktion im Gesamtorganismus
muß noch bestimmt werden.
Die drei bislang beschriebenen Interferontypen IFN α, IFN β und IFN γ haben überschneidende,
aber nicht notwendigerweise identische Wirkungsprofile. Hieraus folgt, daß die vereinigten
Wirkungen verschiedener Interferone unterschiedlich von denen eines einzelnen Interferonsubtyps
sein könnten. Interferone sind in einigen Hinsichten den Peptidhormonen und Wachstumsfaktoren
ähnlich, was z.B. die Bindung an spezifischen Membranrezeptoren, die Wirkung durch
postulierte ,,second messenger" oder die Wirksamkeit im pikomolaren Bereich betrifft.
Interferone sind im begrenzten Ausmaß in klinischen Versuchen bei Virusinfektionen
und Tumorerkrankungen eingesetzt worden. Sie haben in einer Reihe kontrollierter Studien
zu objektivierbaren Verbesserungen der Krankheit geführt und somit erscheinen weitere
Untersuchungen als gerechtfertigt, besonders, da in beiden genannten Krankheitskomplexen
neue Therapieansätze dringend gesucht werden. Interferone haben sich aber bis jetzt
noch in keinem Fall als Standardtherapeutikum etablieren können. Die z.T. recht unterschiedlichen
und auch widersprüchlichen Ergebnisse mit Interferonen in der Therapie dürften eine
Reihe von Gründen haben, denn einerseits wurden Interferonpräparate unterschiedlicher
Zusammensetzung und Reinheit eingesetzt, zum anderen waren Dosierung und Art der Verabreichung
nicht einheitlich und schüeßlich war es nicht ausgeschlossen, daß individuelle Variationen
den Ausgang einer Interferonbehandlung bestimmen.
Da durch neue Produktions- und Reinigungsmethoden jetzt ausreichende Mengen verschiedener
Interferone zur Verfügung stehen, sollte es möglich sein, in absehbarer Zeit die offenen
Fragen soweit zu beantworten, daß die klinischen Anwendungsmöglichkeiten von Interferon
rational beurteilt werden können. Die Beantwortung der Frage nach der physiologischen
Funktion der Interferone und den Mechanismen ihrer vielfältigen Wirkungen wird sicherlich
noch sehr viel längere Zeit in Anspruch nehmen.