Geburtshilfe Frauenheilkd 1988; 48(2): 78-91
DOI: 10.1055/s-2008-1035700
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Beurteilungskriterien für die Mammasonographie*

Criteria for the Evaluation of Breast SonographyW. Leucht, Dagmar Rabe, W. Schmidt
  • Universitäts-Frauenklinik Heidelberg (Geschäftsf. Direktor: Prof. Dr. F. Kubli †)
* Unter Verwendung von Teilergebnissen der Dissertation von Herrn K. D. Humbert
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Publication Date:
17 June 2008 (online)

Zusammenfassung

Der Einsatz der Mammasonographie zur Abklärung pathologischer Veränderungen der Brust nimmt laufend zu. Die Möglichkeit, mit dieser Methode zystische von soliden Prozessen zu unterscheiden, ist bekannt. Von gesteigertem Interesse ist die Frage, inwieweit eine Dignitätsprognose solcher Prozesse gestellt werden kann. Diese Dignitätsprognose ist an Beurteilungskriterien gebunden, die weltweit nicht einheitlich definiert sind und auch unterschiedlich angewendet werden.

Die vorliegende Untersuchung - eine Auswertung von 755 sonographischen Herdbefunden - zeigt die Ausprägungsmöglichkeiten jedes einzelnen Beurteilungskriteriums und gibt Auskunft darüber, mit welcher Sicherheit maligne und benigne Prozesse an der Mamma unterschieden werden können.

Alle genannten Beurteilungskriterien sind in ihrem Ausprägungsmuster bei malignen und benignen Prozessen statistisch signifikant verschieden (p <0.0001). Das Kriterium mit der höchsten Wertigkeit ist die Randkontur.

Grundsätzlich sollte jeder sonographische Herdbefund bezüglich seiner Randkontur, des retrotumorösen Schallverhaltens, der Echostruktur und der Echodensität überprüft werden. Im dynamischen Teil der Untersuchung müssen Form- und Strukturänderungen des Befundes registriert werden.

Die Möglichkeit, mit Hilfe der genannten Kriterien maligne von benignen Prozessen zu unterscheiden, schätzen wir als hoch ein.

Die vorgelegte Anleitung zur Klassifizierung eehographischer Phänomene kann dem Lernenden eine Hilfe sein.

Abstract

The use of sonography to diagnose pathologic changes of the breast is constantly increasing. It is well known that this method can be employed to distinguish cystic from solid processes. Of greater interest is the question as to the usefulness of sonography in prognosticating the pathology of such processes. This prognosis of pathology is linked to assessment criteria which are not uniformly defined worldwide and which are also applied differently. The study reported here - an evaluation of 755 Sonographic focal findings - points out the possible distinctiveness of each individual assessment criterion and indicates the degree of confidence with which malignant and benign breast processes can be distinguished.

There are statistically significant differences (p <0.0001) in the patterns of distinctiveness of all the assessment criteria mentioned depending on whether the processes are malignant or benign. The most important criterion is the edge contour.

Every Sonographic focus finding should be checked wiih regard to its edge contour, retrotumorous acoustic behavior, echo structure, and echo density. In the dynamic part of the examination, changes in the form and structure of the finding must be recorded.

The authors estimate the changes of being able to distinguish malignant from benign processes on the basis of the above-mentioned criteria as good.

The guide to the Classification of echographic phenomena presented here may be of help to learners.