Zusammenfassung
Im Vergleich zur Salpingektomie sind bei den tubenerhaltenden Verfahren zur Behandlung
der Eileiterschwangerschaft die Aussichten auf ein lebendes Kind, aber auch das Risiko
weiterer Tubargraviditäten erhöht. Dieses Risiko beträgt für die nächste Schwangerschaft
nach einseitiger Salpingektomie 11%, nach tubenerhaltender Operation ebenfalls 11%.
Ist nur noch ein Eileiter vorhanden, so ist die konservierende Operation die einzige
Chance auf eine Schwangerschaft durch natürliche Befruchtung. Sie beträgt durchschnittlich
54%. Das Rezidivrisiko einer Tubargravidität beträgt bei dieser Situation 16%.
Die Vor- und Nachteile der tubenerhaltenden Verfahren werden an zwei Patientinnen
veranschaulicht, bei denen jeweils insgesamt vier Tubargraviditäten auftraten. Eine
dieser Patientinnen hat nach zwei Tubargraviditäten durch die verbliebene Tube, aus
der ebenfalls bereits eine Tubargravidität ausgeschält worden war, eine intrauterine
Schwangerschaft mit lebendem Kind konzipiert.
Abstract
In comparison with salpingectomy conservative procedures for the treatment of tubal
pregnancy increase the chance for a living child, but also the risk of further tubal
pregnancies. After unilateral salpingectomy the risk of the next pregnancy being tubal
is 11%; after conservative surgery it is also 11%. If the patient has only one Fallopian
tube, conservative surgery alone offers a chance of an intrauterine pregnancy. On
average there is a 54% likelihood of this. In such cases the risk of a recurrence
of tubal pregnancy is 16%. The advantages and disadvantages of conservative procedures
are illustrated with reference to two patients, each of whom had altogether four tubal
pregnancies. One of these patients, after two tubal pregnancies, conceived an intrauterine
pregnancy through the remaining tube, from which a tubal pregnancy had also been eliminated;
thus, conservative surgery provided the possibility of this further pregnancy resulting
in the woman's only living child.