Zusammenfassung
Die Behandlung von Riesenzelltumoren durch Kürettage und gleichzeitige Spongiosaplastik
ist mit einer Rezidivrate von 20 - 60% belastet. Bei einer bis zu 36 Jahren reichenden
Nachkontrolle der eigenen Fälle war für dieses Verfahren eine Rezidivrate von rd.
50% festzustellen. In den letzten 10 Jahren wurde daher vermehrt ein anderes Behandlungsprinzip
eingesetzt, nämlich die optisch kontrollierte Tumorausräumung mit temporärer Palacos-Implantation.
Die möglichst vollkommene Tumorausräumung wird dabei unter Schonung der schon primär
rarefizierten, periartikulären kortikalen Strukturen durch ein kleines Kortikalisfenster
durchgeführt und der Hohlraum mit Knochenzement aufgefüllt. Wenn nach 3-monatiger
Liegezeit keine Hinweise auf eine Tumorpersistenz vorliegen, erfolgt der knöcherne
Wiederaufbau. Bei der Nachkontrolle von 17 derartigen Behandlungsverfahren war eine
wesentlich geringere Rezidivrate von 6% zu errechnen. Dieser Unterschied war statistisch
signifikant bei Anwendung des Kaplan-Meier Tests.
Abstract
Curettage with simultaneous bone transplantation is followed by a recurrence rate
of 20 - 60%. In a follow up of own cases up to 36 years after treatment recurrence
was roughly 50%. In the last 10 years we changed to on other treatment procedure,
namely optical controlled curettage with temporary cementation. To prevent further
damage to the preexisting destabilization of the periarticular cortical bone, tumor
excision is done through a small bone window, using a cold lighted mirror to achieve
complete curettage. The cavity is then filled with bone cement, which is left in place
for 3 months. When at that time there are no signs for tumor persistence, the cement
is removed and bone reconstruction performed. An analysis of 17 cases treated this
way showed a clearly smaller recurrence rate of 6%; this difference was statistically
significant when applying the Kaplan-Meier test.