Zusammenfassung
Untersucht wurden 13 Polyäthylenkomponenten aus verschiedenen Hüftgelenk- und Knieprothesen,
die nach 1,5 bis 4 Jahren aus Patienten entfernt wurden und eine ausgeprägte Schädigung
der Gleitfläche zeigten. Die makroskopischen und mikroskopischen Beobachtungen mittels
Licht- und Rasterelektronenmikroskopie lassen auf einen extremen Verschleiß der Kunststoffoberfläche
bzw. auf eine ungleichmäßige Abnützung bis in den mm-Bereich am Rand der Komponente
schließen. Durch zusätzliche gezielte Analysen mit Hilfe der Röntgen- und Infrarotspektrometrie
konnte in der überwiegenden Mehrheit der Fälle die Beteiligung von Knochenzement an
dem verstärkten Abrieb nachgewiesen und mit der Intensität des Verschleißes in Zusammenhang
gebracht werden. Überschüssiger, nicht genügend entfernter Knochenzement bei den Prothesenkomponenten
oder eine Lockerung der Prothesenteile kommen als Ursache für die Einschließung von
Knochenzementteilchen zwischen den Gleitflächen in Betracht.
Abstract
13 various hip joint and knee joint polyethylene components, previously removed from
patients after an implantation period of 1.5 to 4 years, were tested and showed an
obvious damage of the sliding surface. Macroscopic and microscopic investigations
performed by light and scanning electron microscopy revealed an extreme wear of the
polyethylene surface respectively an unregular wear at the component's border up to
the mm-range. Additional specific X-ray and infrared spectometric analyses proved
in the clear majority of all cases the contribution of bone cement to increased abrasion
and its influence upon the intensity of wear. Surplus bone cement which had not been
completely removed from the prosthesis component or loosening of prosthesis components
are considered as reason for inclusion of bone cement particles between the sliding
surfaces.