Zusammenfassung
Früher als selten geltende zystische Nebennierenprozesse werden heute mit der Sonographie
und der Computertomographie häufiger gefunden. Es wird über eigene Erfahrungen in
15 Fällen berichtet, von denen 10 operativ abgeklärt werden konnten. Entgegen den
Erwartungen nach Angaben in der Literatur handelte es sich bei den operierten Fällen
nur einmal um eine endotheliale Zyste in Form eines Lymphangioms. Bei allen anderen
Patienten lagen Pseudozysten der Nebennieren vor. Letztere entstehen durch Einblutung
in die normale oder tumorös veränderte Nebenniere. Ca. 1 /4 der Fälle mit Pseudozysten zeigte auf Röntgennativaufnahmen die nach Literaturangaben
in 8 bis 15 % beobachteten ring- oder schalenförmigen Verkalkungen. Ihre zystische
Natur läßt sich mit der Ultraschalldiagnostik und der Computertomographie leicht klären.
Letztere erlaubt auch Aussagen über die Beschaffung der Zystenwand und den Zustand
verbliebener Nebennierenreste. Eine Ultraschall- oder CT-gesteuerte Zystenpunktion
mit zytologischer Untersuchung des Zysteninhalts gibt Hinweise auf die Dignität eines
zystischen Nebennierenprozesses. Bei erwiesener Gutartigkeit und Symptomlosigkeit
erübrigen sich weitere diagnostische und therapeutische Maßnahmen. Besteht ein Hypertonus,
wie bei zystischen Phäochromozytomen oder auch Lymphangiomen der Nebennieren, erscheint
auch heute die weitere angiographische Abklärung angezeigt. Mit der Möglichkeit der
Hormonanalyse bewährt sich hierbei weiterhin der Katheterismus der V. cava in Kombination
mit der Nebennierenphlebographie. Bei Hinweisen auf maligne Pseudozysten kann die
Nebennierenarteriographie Auskunft über die Organzugehörigkeit oder organüberschreitendes
Wachstum geben, wenn diese Aussagen computertomographisch nicht zu treffen sind.
Summary
Cystic diseases of the adrenal glands, which were thought to be rare, are being found
more frequently nowadays by means of sonography and computer tomography. Our experience
of fifteen cases is reported; of these, ten were confirmed at operation. Contrary
to expectations based on the relevant literature, only one of the operated cases proved
to be an endothelial cyst of lymphangiomatous origin. All other patients had pseudo-cysts
of the adrenals. These are due to bleeding into a normal or tumour-containing gland.
About one quarter of the pseudo cysts showed circular calcification on the plain films,
although the incidence of this is given as 8-15 % in the literature. The cystic nature
of these lesions can be readily demonstrated by ultrasound or CT. The latter also
provided information concerning the wall of the cyst and of the remaining adrenal
tissue. An aspiration biopsy of the cyst can be carried out under ultrasound or CT
control; cytological examination will confirm the benign nature of the lesion. A benign
lesion without symptoms requires no further diagnostic or therapeutic measures. If
there is hypertension, as may occur with a cystic phäeochromocytoma or lymphangioma,
angiography is still indicated. Hormone assays are possible following catheterisation
of the vena cava combined with adrenal phlebography. The origin and extent of a malignant
pseudo-cyst can be demonstrated by arteriography, if this information is lacking following
CT.