Summary
A patient with severe organophosphate intoxication received Neostigmine 1 mg IV during
the intermediate syndrome. This dose resulted clinically and neurophysiologically
in a marked deterioration of neuro-muscular transmission. This effect of neostigmine
on the neuromuscular block during the intermediate syndrome (deterioration) differs
from its effect on a similar pattern (improvement), which is seen in the delayed neuropathy
following organophosphate exposure. The administration of therapeutically doses of
Cholinesterase inhibitors in patients with a reduced safety margine due to inhibition
of endplate acetylcholinesterase may be dangerous.
Zusammenfassung
Bei einem Patienten mit schwerer Alkylphosphatvergiftung wurde in der Rückbildungsphase
der neuromuskulären Blockade (Intermediärsyndrom) aus therapeutischen Gründen zur
Überwindung einer Darmatonie 1 mg Neostigmin intravenös appliziert. Diese Dosis, die
bei Gesunden keine Störung der neuromuskulären Übertragung hervorruft, führte klinisch
und neurophysiologisch zu einer erheblichen Verschlechterung der Übertragungsfunktion
mit vollständiger Lähmung der Muskulatur und Verstärkung des Dekrementphänomens. Hierdurch
unterscheidet sich das Dekrementphänomen des Intermediärsyndroms von einem ähnlichen
neurophysiologischen Muster, welches im Rahmen einer verzögerten Polyneuropathie auftreten
kann. Diese Befunde belegen, daß bei einer Reduktion des Sicherheitsfaktors der neuromuskulären
Übertragung durch vorbestehende Hemmung der Azetylcholinesterase die zusätzliche Gabe
eines Cholinesteraschemmers auch in üblicher therapeutischer Dosierung zu einer richtungweisenden
Verschlechterung des klinischen und neurophysiologischen Befundes führen kann.
Key words
Organophosphate intoxication - Neuromuscular transmission - Intermediate syndrome
- Safety margin