Summary
We examined in which form an additional structural stimulus in the white checks influenced
the visual evoked potential of a checkerboard reversal induced response. A pattern
of vertical bars was introduced with a short delay to the checkerboard reversal. The
purpose of these experiments was to find out about the discrimination threshold of
the occipital cortex for timely spaced stimuli. The double stimulus was separated
from the next change minimally for 800 ms. With this arrangement we avoided „steady
states”, which are shown by repetitive interstimulus intervalls of less than 200 ms.
Nine normal volunteers between 22 to 28 years of age were measured.
We found a typical waveform after the P 100 potential consisting of a positive peak
followed by a negative longlasting baseline elevation. Only separations of more than
60 ms yielded this configuration. Interstimulus times of less than 60 ms resulted
in refractory effects on the visual evoked response.
All the subjects reported colour or brightness changes of the additional bars. These
pseudo colours were very probably due to the Prevost-Fechner-Benham-Effect which is
common with repetitive white and black pattern changes. Our pseudo colours showed
remarkable differences to the classical designs which has led us to the conclusion
that colour perception on TV monitors is influenced so far by unpredictable flicker
factors.
Zusammenfassung
Wir untersuchten, in welcher Form sich die zusätzliche Strukturierung der Weißkaros
eines reizauslösenden Schachbrettumkehrmusters auf die visuell evozierten Potentiale
auswirkte. Benutzt wurde dafür ein senkrechtes Streifengitter mit zeitlich zum Schwarz-Weiß-Wechsel
der Karos verzögerter Einblendung. Das Ziel des Experiments lag in der Bestimmung
der Diskriminationsschwelle des okzipitalen Kortex für zeitlich getrennte Muster reize.
Der Doppelreiz war vom nächsten Reizereignis mindestens 800 ms getrennt. Mit dieser
Anordnung vermieden wir „Steady states”, die bei Interstimulusabständen von weniger
als 200 ms auftreten können. Gemessen wurden neun Normalpersonen im Alter von 22 bis
28 Jahren.
Es trat ein typischer Wellenzug nach dem P100 Potential auf, bestehend aus einer positiven
Welle, die von einer negativen langandauernden Nachschwankungen gefolgt wurde. Diese
Konfiguration trat nur bei Abständen von mehr als 60 ms auf. Eine zeitliche Trennung
der Reize unter 60 ms zeigte Refraktäreffekte der evozierten Potentiale. Alle Versuchspersonen
berichteten Färb- oder Aufhellungsperzeptionen der zusätzlichen Streifen. Es handelte
sich hier mit großer Sicherheit um das Prevost-Fechner-Benham-Phänomen, das häufig
nach repetitiven Schwarzweißmusterwechseln auftritt. Unser Pseudofarbeneffekt zeigte
auffällige Unterschiede zu den bekannten Gesetzmäßigkeiten dieses Phänomens, was zu
der Schlußfolgerung führt, daß die Farbwahrnehmung auf TV-Monitoren von bislang nicht
abschätzbaren Flickereffekten beeinflußt wird.
Key Words
Visual evoked response - Double pattern stimuli - Refractory effects - Pseudo colours
- Unknown flicker effects of TV-monitors