Zusammenfassung
Mit einer Untersuchung von 720 Morgenharnproben konnten wir feststellen, daß bei Anwendung
des »Teststreifensiebs« mit den Parametern Leukozyten, Erythrozyten und Protein die
Anzahl durchzuführender mikroskopischer Sedimentuntersuchungen auf etwa die Hälfte
reduziert werden kann, ohne eine hohe Anzahl klinisch signifikanter Befunde (4,4 %)
zu verpassen. Auf der anderen Seite erfassen wir eine erhebliche Zahl (21,3 %) von
Fällen, die offensichtlich falschnegative Sedimentbefunde aufweisen. Sie sind größtenteils
auf die Lyse von Leukozyten und Erythrozyten sowie auf die wenig standardisierte Methodik
der Sedimentuntersuchung zurückzuführen, können aber auch durch Unterschiede in den
subjektiven Beurteilungskriterien von Sedimentbefunden des technischen Personals verursacht
sein. Aufgrund unserer Resultate können wir den Einsatz des »Teststreifensiebs« zur
Rationalisierung der klinischen Routineuntersuchung empfehlen, da hierdurch bei einer
Zeitersparnis von etwa 40 bis 50 % im Vergleich zur Sedimentuntersuchung mehr potentiell
klinisch bedeutsame Befunde zusätzlich erhoben als verpaßt werden.
Abstract
Screening 720 morning urinary samples for WBC, RBC and protein by test-strip, the
number of subsequent microscopic examinations of urinary sediment was reduced to about
half, without missing any significant number of clinically significant findings (4.4 %).
On the other hand, a large number (21.3 %) of cases with obviously false-negative
sediment findings were revealed. These were largely due to lysis of WBC and RBC, as
well as poorly standardized methods of examining urinary sediment. But they could
also have been due to differences in subjective criteria employed by the technicians.
Our results indicate that using teststrips for screening, clinical routine examination
can be rationalized, taking about half the time needed for sediment examination, with
more potentially significant findings being discovered than missed.