Klin Padiatr 2008; 220(3): 129-133
DOI: 10.1055/s-2008-1073159
Editorial

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Das Dilemma der klinischen Register in der pädiatrischen Onkologie und Hämatologie

Pitfalls of Clinical Registries in Pediatric Oncology and HematologyU. Göbel 1 , O. Witt 1
  • 1Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
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Publication Date:
13 May 2008 (online)

Bösartige Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen sind selten, da jährlich nur etwa 14 von 100 000 Kindern und Jugendlichen neu erkranken [29]. Die Diagnosen und das biologische Verhalten unterscheiden sich gegenüber Erwachsenen erheblich, sodass die bei Erwachsenen gewonnenen Erkenntnisse nur in stark eingeschränktem Umfang auf Kinder übertragen werden können. Selbst bei Spezialisierung auf die malignen Erkrankungen des Kindes- und Jugendalters kann ein Arzt pro Jahr nur eine begrenzte Zahl von Patienten betreuen, die zudem unterschiedliche Diagnosen haben. Da das Alter und das Ausbreitungsstadium zum Diagnosezeitpunkt zudem wesentlichen Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben, ist es heute einer Einzelperson nicht mehr möglich, eigenständig auf Evidenz basierende Erkenntnisse zur Tumorbiologie zusammenzutragen. Insofern ist es folgerichtig gewesen, nicht nur kooperativ und interdisziplinär Protokolle für die Diagnostik und Therapie zu entwickeln, sondern die Einzelergebnisse zusammenzuführen und gemeinsam kritisch auszuwerten. Dies hat sich die Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) als wissenschaftliche Fachgesellschaft zu einer ihrer Hauptaufgaben gemacht und ist deshalb auch feste Kooperationen mit Wissenschaftlern anderer Disziplinen eingegangen.

Literatur

Korrespondenzadresse

Prof. em. Dr. U. Göbel

Heinrich-Heine-Universität

Düsseldorf

Moorenstr. 5

40225 Düsseldorf

Email: Goebel@med.uni-duesseldorf.de