Kardiologie up2date 2008; 4(3): 231-246
DOI: 10.1055/s-2008-1077623
Koronare Herzerkrankung und Atherosklerose

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Herzfrequenzreduktion bei der stabilen Angina pectoris und Ergebnisse zu Ivabradin

Felix  Post, Thomas  Münzel
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Publication Date:
29 October 2008 (online)

Abstract

Heart rate reduction represents one of the most important antiischemic mechanism in the treatment of patients with stable angina pectoris symptoms. Traditionally, those patients are getting treated with betablockers, compounds that are know to have many side effects such as fatigue, depression, impotence, bronchospasmus in patients with chronic obstructive bronchitis as well as conduction disturbances. Preclinical studies provided evidence that in contrast to betareceptorblocker therapy, If-channel inhibition does not cause constriction of coronary and peripheral arteries and that heart rate reduction is not associated with negative inotrope effects of negative effects on ventricular relaxation. In several clinical studies, ivabradine has been demonstrated to reduce heart rate at rest and during exercise to a similar degree like betablockers associated with a comparable increase in total exercise duration and time to ST-segment depression and time to angina development. Side effects include the so called phosphenes (enhanced brighness in the visual field), which are clearly dose-dependent, but interestingly are subject to tolerance development, without tolerance development to the antiischemic effects. Ivabradine is also well tolerated and very effective in the elderly and diabetic patients.

Kernaussagen

  • Die Reduktion der Herzfrequenz ist mit der wichtigste Wirkmechanismus, mit dem die Angina pectoris effektiv behandelt werden kann.

  • Traditionell werden zu diesem Zweck die Betablocker eingesetzt. Die Substanzgruppe hat jedoch viele Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Depression, Impotenz, Bronchospasmus bei Patienten mit bekannter COPD oder auch Reizleitungs- und Reizbildungsstörungen insbesondere bei älteren Patienten.

  • Mit dem If-Kanal-Hemmer Ivabradin steht ein neues Wirkprinzip zur Verfügung, das in präklinischen, aber auch klinischen Untersuchungen seine antiischämische Wirkungen unter Beweis gestellt hat. In beiden Situationen zeigte sich der If-Kanalinhibitor den Betablockern und auch den Kalziumantagonisten z. T. überlegen (vorklinische Studien) bzw. nicht unterlegen (Stabile-Angina-pectoris-Studien).

  • Im Gegensatz zu den Betablockern ist Ivabradin nicht nur effektiv, sondern auch gut verträglich. Die antiischämische Wirkung ist auch bei älteren und diabetischen Patienten nachgewiesen. Neuere tierexperimentelle Untersuchungen wiesen antiatherosklerotische Effekte von Ivabradin nach, Effekte, die am ehesten mit der Frequenzreduktion zusammenhängen. Ein weiterer interessanter Vorteil ist die unter Frequenzreduktion mit Ivabradin vollständig erhaltene kardiale Funktion im Sinne einer erhaltenen Inotropie, Relaxation und Hämodynamik.

  • Mögliche Nebenwirkungen wie Phosphene (Aufhellungen im Gesichtsfeld) sind die wohl häufigsten Nebenwirkungen, die dosisabhängig auftreten, aber interessanterweise einer Toleranzentwicklung unterliegen, ohne dass gleichzeitig die Wirkungen von Ivabradin verloren gehen. Nebenwirkungen wie Verlängerungen des QT-Intervalls wurden nicht beobachtet.

  • Die Beautiful-Studie wird zeigen, inwieweit die Therapie mit Ivabradin in der Lage ist, die Prognose von Patienten mit einer stabilen KHK und einer gleichzeitigen linksventrikulären Dysfunktion zu verbessern.

Literatur

Prof. Dr. Thomas Münzel

Universitätsprofessor
Johannes Gutenberg Universität Mainz
II. Medizinische Klinik für Kardiologie
Angiologie und internistische Intensivmedizin

Langenbeckstraße 1
55131 Mainz

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