Summary
Chronic ulcers (CUs) are a major cause of morbidity and mortality with increasing
prevalence, in part due to the ageing population, and an increase of risk factors
such as diabetes and obesity. CUs are caused by numerous diseases including venous
dysfunction, diabetes mellitus, infections, peripheral neuropathy, pressure, and atherosclerosis.
The current standard therapy for CUs includes compression, surgical débridement, infection
control, and adequate wound dressings. As a high percentage of CUs do not adequately
heal or quickly relapse with standard treatments, additional therapeutic approaches
are pursued, termed “advanced wound care therapies”. Here, an overview on commonly
applied therapies lacking significant evidence for wound healing is reviewed, followed
by therapies with significant evidence supporting the routine use in the treatment
of CUs, and a short outlook in a possible future wound treatment landscape.
To give a résumé, the presented literature reveals that most of the commonly applied
topical and advanced ulcer treatments largely lack solid scientific evidence for the
induction or acceleration of wound healing. Surprisingly only “classical” treatments
such as wound cleansing, débridement and compression have significant evidence. Novel
approaches such as bilayered skin reconstructs, cell suspensions or extracorporal
shock waves seem promising. Considering the increasing number of ulcer patients, there
is a strong need for further basic research to fully understand all factors involved
in wound development and healing of the various ulcer pathophysiologies, and the urgent
need for prospective clinical trials comparing the various treatment options.
Zusammenfassung
Das chronische Ulkus ist eine schwerwiegende Erkrankung mit steigender Inzidenz, was
vor allem auf die alternde Gesellschaft und die Zunahme von Risikofaktoren wie Diabetes
mellitus und Adipositas zurückzuführen ist. Chronische Ulzera haben vielerlei zugrundeliegende
Pathologien wie beispielsweise venöse Dysfunktion, Diabetes mellitus, Infektionen,
Neuropathie, Druck und Atherosklerose. Die gegenwärtige Standardbehandlung des chronischen
Ulkus beinhaltet Kompression, Débridement, Infektionsprophylaxe sowie der Heilungsphase
angepasste Wundauflagen. Da ein grosser Anteil chronischer Wunden unter der Standardbehandlung
nicht vollständig abheilt oder rasch rezidiviert, werden häufig moderne Zusatzbehandlungen
notwendig. Im vorliegenden Übersichtsartikel wurde mittels Literaturrecherche die
aktuelle Datenlage bezüglich Wundbehandlungen untersucht. Insbesondere wurde gezielt
danach gefragt, in wie fern sich die jeweiligen Behandlungsmethoden auf wissenschaftliche
Evidenz stützen, bzw. für welche Behandlungsmethoden es keine belastbaren wissenschaftlichen
Daten gibt. Darüber hinaus wurden neuartige Wundbehandlungen untersucht, welche in
Zukunft eine wichtige Rolle in der Wundbehandlung spielen könnten.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die meisten der derzeitigen klassischen
und modernen Wundbehandlungen auf nur wenig belastbaren wissenschaftlichen Daten beruhen
und der Evidenzgrad in Bezug auf Induktion bzw. Beschleunigung der Wundhei-lung sehr
niedrig ist. Erstaunlicherweise lassen sich aus den vorliegenden Studiendaten bisher
nur klassische Behandlungen wie Wundreinigung, Débridement und Kompression als gesicherte
Therapien mit solider Evidenzlage ableiten. Neue Therapieansätze wie zelluläre zweischichtige
Hautrekonstrukte, Zellsuspensionen oder extrakorporale Stoß-wellen scheinen wirksam
zu sein. In Anbetracht der steigenden Inzidenz des chronischen Ulkus ist weitere Grundlagenforschung
dringend notwendig, um die Mechanismen der Wundentstehung und -heilung der verschiedenen
zugrundeliegenden Pathophysiologien im Detail zu verstehen. Darüber hinaus besteht
eine große Notwendigkeit für klinische Studien, in denen die verschiedenen Behandlungsoptionen
prospektiv miteinander verglichen werden.
Keywords
Ulcer - wound healing - wound dressing - therapy
Schlüsselwörter
Ulkus - Wundbehandlung - Wundauflage - Therapie