Phlebologie 2018; 47(06): 309-317
DOI: 10.12687/phleb2450-6-2018
Übersichtsarbeiten
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Neue Studiendaten zur Therapie der tumorassoziierten venösen Thromboembolie mit DOAKs

Article in several languages: deutsch | English
M. Voigtlaender
1   II. Medizinische Klinik und Poliklinik, Hubertus Wald Tumorzentrum – Universitäres Cancer Center Hamburg (UCCH), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
,
J. Yamamura
2   Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
,
F. Langer
1   II. Medizinische Klinik und Poliklinik, Hubertus Wald Tumorzentrum – Universitäres Cancer Center Hamburg (UCCH), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
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Further Information

Publication History

Eingegangen: 26 July 2018

Angenommen: 15 August 2018

Publication Date:
25 January 2019 (online)

Zusammenfassung

Die venöse Thromboembolie (VTE) ist eine häufige Komplikation bei Patienten mit maligner Grunderkrankung. Basierend auf einer verbesserten Wirksamkeit und Sicherheit gegenüber Vitamin K-Antagonisten (VKA) empfehlen aktuelle Leitlinien eine 3- bis 6-monatige Antikoagulation mit niedermolekularem Heparin (NMH) als Standardtherapie der tumorassoziierten VTE. Versorgungsdaten zeigen jedoch eine geringe Leitlinienadhärenz im klinischen Behandlungsalltag, was am ehesten auf die täglichen subkutanen Injektionen und die relativ hohen Therapiekosten zurückzuführen ist. Aufgrund ihres Einnahmemodus und ihrer im Vergleich zu VKA günstigen Pharmakokinetik stellen die direkten oralen Antikoagulantien (DOAKs) zwar eine vielversprechende Alternative dar; die Subgruppen der in die großen Zulassungsstudien eingeschlossenen Krebspatienten waren aber aufgrund ihrer Größe und Tumorcharakteristika nicht geeignet, die bisherigen Studiendaten in den klinischen Alltag zu übertragen. Mit HOKUSAI VTE Cancer (Edoxaban) und SELECT-D (Rivaroxaban) stehen nun die Ergebnisse von zwei prospektiven, randomisierten Studien zur Verfügung, die die Wirksamkeit und Sicherheit von DOAKs im Vergleich zu NMH bei Patienten mit tumorassoziierter VTE untersucht haben. In beiden Studien war die DOAK-Einnahme mit weniger VTE-Rezidiven, jedoch mit einer höheren Rate an (gastrointestinalen und urothelialen) Blutungen assoziiert. Somit wird die zukünftige Therapie der tumorassoziierten VTE unter Berücksichtigung von Patientenpräferenz und Tumorcharakteristika ein hohes Maß an Selektion und Individualisierung erfordern.