Delegiertenversammlung 2018
Die Delegiertenversammlung, das bedeutendste Gremium des BDR, tagte wie immer im Februar,
diesmal am 17. 2. 2017, um Rechenschaft über das zurückliegende Jahr abzugeben, die
Aufgaben und Ziele des BDR für das laufende Jahr zu diskutieren und festzulegen und
in diesem Jahr auch den Vorstand neu zu wählen.
Dr. Detlef Wujciak, 1. Vorsitzender des BDR, fasste das zurückliegende Jahr 2017 für
den BDR zusammen.
Heuschrecken vs. Freiberufler
Einer der Schwerpunkte war und ist die Zunahme der nichtärztlich geführten MVZ in
der Radiologie und die damit verbundene Entfernung eines ethisch begründeten Handelns
gegenüber den PatientInnen. Hierzu beleuchtete RA Markus Henkel in seinem Vortrag
mit dem Titel „Heuschrecken und Freiberufler in der Radiologie“ die juristischen Aspekte,
die zur Beschränkung des Engagements externer Investoren genutzt werden könnten.
GF Henkel sprach über die Heuschrecken-Plage in der Radiologie
Keine Regierung – keine Weiterentwicklung der Gebührenordnungen?
Zu dem existenziellen Thema Entwicklung der Gebührenordnungen – GOÄ wie auch EBM neu
– gibt es derzeit nichts Neues aus Berlin. Das vorläufige Ergebnis der bereits seit
Mai 2016 laufenden GOÄ neu-Gespräche zwischen BÄK, Berufsverbänden und PKV ist ein
novelliertes Leistungsverzeichnis. Dies besteht aus 5589 Leistungspositionen, somit
ca. 2700 mehr als bisher, unterteilt in 4196 Haupt- und 1393 Zuschlagsleistungen.
Nun fehlen noch die Bewertungen. Zu zeitnahen Vorschlägen wird es wohl nicht kommen,
da im aktuellen Koalitionsvertrag vereinbart wurde, eine wissenschaftliche Kommission
zu etablieren, die bis Ende 2019 Vorschläge für ein „modernes Vergütungssystem“ für
GKV und PKV erarbeiten soll. Bis dahin ruht die GOÄ neu dann wohl und wird 2020 oder
2021 wieder angegangen.
Zeitnaher Zugang zu Innovationen für Patienten
Ein so innovatives Fach wie die Radiologie leidet besonders unter den zeitlichen Längen,
bis eine neue Methode durch das Procedere des Gemeinsamen Bundesausschusses für PatientInnen
verfügbar wird. Prostata-MRT und Tomosynthese als neue Methoden werden weiter stringent
von uns verfolgt.
Dachverband der ärztlichen Diagnostikfächer (DVÄD)
Die fünf Berufsverbände (Pathologie, Labormedizin, BÄMI, Nuklearmedizin und Radiologie)
eint, dass sie medizinisch hoch innovativ sind, sektoren- und fachübergreifend mit
höchsten Qualitätsmaßstäben arbeiten, aber trotzdem nachgewiesen unterfinanziert sind.
Der von uns mitgegründete DVÄD (www.dväd.de) ist deshalb seit vergangenem Jahr dabei, die besondere Stellung der Diagnostikfächer
gegenüber Politik und Selbstverwaltung darzustellen.
Kontrastmittel in Europa
Zu diesem komplexen Thema weisen wir besonders auf den Beitrag von Prof. Hamm zur
Entscheidung der Europäischen Kommission zu gadoliniumhaltigen Kontrastmitteln (GBCAs)
in der Januar-Ausgabe des RADIOLOGEN (S. 95) hin. Per Mail können Sie ihn anfordern
unter presse@radiologenverband.de
MTRA als Mangelberuf
Die Nachwuchsgewinnung ist nicht nur auf der ärztlichen Seite problematisch, sondern
auch im Bereich von Praxis-und Klinikpersonal evident. Die Problematik MTRA als Mangelberuf
und mögliche Ansätze zur Lösung des Problems werden in diesem Jahr bearbeitet werden.
Die Attraktivität des Berufs der MTA/MTRA werden wir, auch in Zusammenarbeit mit unseren
Partnern des DVÄD, darstellen.
Röntgenkongress 2018
Auch in diesem Jahr ist der BDR wieder mit an der erfolgreichen Veranstaltungsreihe
„Radiologie in Klinik und Praxis“ beteiligt und mit einem Info-Stand (C4) von Mittwoch-Freitag
vertreten.
Sorgsame Verwendung der Mitgliedsbeiträge
Dr. Bollkämper stellte als Kassenführer den Bericht 2017 und die Vorschau 2018 vor.
Für 2018 wird keine Beitragserhöhung nötig werden. Sein Appell an alle Delegierten
und Mitglieder bleibt aber die Mitgliederwerbung. Berufsverbände sind für die gesamte
Fachgruppe tätig, so dass es nur solidarisch ist, wenn sich auch alle RadiologInnen
an der Finanzierung der Arbeit für die Radiologie beteiligen.
Kassenwart Dr. Bollkämper steht Rede und Antwort zum Finanzbericht
Satzungsänderung
Über folgende Satzungsänderungen wurde abgestimmt:
§ 13 Umbenennung der Vorstandspositionen
Hintergrund: alle anderen Berufsverbände haben gleichlautende Funktionsbezeichnungen
und benennen Vorsitzende als Präsident bzw. stellvertretende Präsidenten.
§ 13 Erweiterung des Vorstandes
Hintergrund: die Aufgaben des Vorstandes nehmen in relevantem Umfang um neue Themenfelder
und Aufgaben zu.
§ 6 Ende der Mitgliedschaft – Konkretisierung der Kündigungsfrist
Hintergrund: mit fixiertem Datum, zum 30.9., für den Austritt ergibt sich eine größere
Planungssicherheit für Budgetplanung und Berechnung der Delegiertenzahlen.
Vorstandswahlen 2018 – 22
Die Wahl begann mit dem Dank an das ausscheidende Vorstandsmitglied Dr. Jürgen Romahn,
der dem Vorstand zwei Legislaturperioden angehörte.
Ein harmonischer Abschied von Dr. Romahn
Alle Kandidaten wurden mit überwältigender Mehrheit gewählt.
Der neu gewählte Vorstand: Dr. J. Köpke, Dr. W. Schaeben, Dr. A. Bollkämper, Dr. K.
Hamm, Dr. D. Wujciak, Prof. B. Hamm, Prof. H. Helmberger, S. Schmidt
„Krankenfürsorge – ein Kulturproblem“
Für das Jahr 2018 hat der BDR das Thema „Strukturwandel in der Radiologie“ als Arbeitsmotto
gewählt. Hierzu stimmt der Vortrag des ehemaligen Verfassungsrichters Prof. Dr. Dr. h. c.
Broß „Krankenfürsorge – ein Kulturproblem“ bestens ein.
Prof. Broß referiert engagiert zum Thema Krankenfürsorge
Der Vortrag wurde von ihm lebendig und eindrücklich vorgetragen und ebenso interessiert
mit den Delegierten diskutiert. Unsere Mitglieder finden sein Redemanuskript auf unserer
Webseite oder können per Mail angefordert werden (presse@radiologenverband.de).
Sönke Schmidt/Sabine Lingelbach