Seit dem Jahr 2005 dokumentieren deutschlandweit (sowie in Österreich und in der Schweiz)
radiologische Einrichtungen ihre Eingriffe (Module A-D) im Qualitätsregister Interventionelle
Radiologie der Deutschen Gesellschaft für Interventionelle Radiologie und minimalinvasive
Therapie (DeGIR). Die Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) schloss sich
der Dokumentation mit den neuroradiologischen Interventionen (Module E und F) im Jahre
2012 an.
Seit dem 01.01.2018 ist das webbasierte Register bei dem Berliner Spezialisten für
Web-Softwarelösungen (SaaS) im Gesundheitswesen, samedi®, beheimatet. Dieser Anbieterwechsel stellt einen deutlichen Fortschritt dar, da wir
nun ein weitaus flexibleres System an der Hand haben, welches wir an unsere Bedürfnisse
anpassen können. Zur Dokumentation der durchgeführten Eingriffe und deren Ergebnisqualität
nutzen aktuell über 280 Kliniken das Qualitätssicherungsregister.
Eine Verwendung des Datenmaterials für wissenschaftliche Publikationen und berufspolitische
Aussagen – etwa zur Versorgungsdichte, erbrachten Fallzahlen bei bestimmten Indikationen
und Zentren-Bildung – erfolgte bislang nur sporadisch. Ein aktuelles Publikationsprojekt
zum Thema Thrombektomie-Versorgung in Deutschland (Autoren: Berlis, A., Morhard, D,
Weber, W.) stellt die Eingabezahlen zur mechanischen Re-Kanalisation beim akuten ischämischen
Schlaganfall dar. Es handelt sich hierbei um eine Folgepublikation der bereits 2017
erschienenen Darstellung der dokumentierten Interventionszahlen von 2015.
Publikationen dieser Art sind wichtig, weil sie die Schlagkraft der interventionellen
(Neuro-)Radiologie gegenüber anderen interventionell tätigen Fächern der Medizin unter
Beweis stellen.
Bei Veröffentlichungen der dokumentierten Daten, welche über die vertraglich geregelten
Auswertungen hinausgehen, sind wir auf Ihr Einverständnis angewiesen. Wir möchten
Sie daher bitten, Ihre Fallzahlen auch in Zukunft im Sinne der interventionellen (Neuro-)
Radiologie für Publikationsprojekte dieser Art zur Verfügung zu stellen. Die Verwendung
der Daten wird selbstverständlich immer unter datenschutzrechtlichen Maßgaben und
nur nach explizit erteilter Zustimmung der verantwortlichen Personen erfolgen.
Es ist uns und den Mitgliedern der Software-Lenkungsgruppe bewusst, dass es Abweichungen
bezüglich der von Ihnen eingegebenen Daten und den tatsächlich codierten Fällen Ihrer
Kliniken gibt. Diese Abweichungen liegen im Eingabeverhalten der jeweiligen Häuser
begründet und sind mit Blick auf die Dokumentationsbelastung der einzelnen Abteilungen
oftmals nachvollziehbar. Dennoch möchten wir Sie dazu aufrufen, im Sinne der Leistungsdarstellungen
der interventionellen (Neuro-) Radiologie möglichst viele Eingriffe im Qualitätssicherungsregister
zu dokumentieren.
Auch in Zukunft werden Sie immer bis zum 28. Februar des Folgejahres Gelegenheit haben,
Ihre Interventionen für das abgelaufene Jahr zu dokumentieren. Die Geschäftsstelle
der DeGIR wird Sie hierüber zu gegebener Zeit und in gebotener Detaillierung informieren.
Die wissenschaftlich fundierte Auswertung und Nutzung der dokumentierten Daten ist
ausbaufähig und soll im Sinne der interventionellen (Neuro-) Radiologie künftig weiter
vorangetrieben werden. Mit der Lenkungsgruppe „Wissenschaft und Forschung“ hat sich
auf dem IROS 2018 eine Initiative gebildet, welche der Software-Lenkungsgruppe dabei
zur Seite stehen wird. Mit dem neuen Stroke-Formular im Modul E sollen künftig auch
genauere Auswertungen bezüglich der Schlaganfallbehandlung möglich sein. Bitte unterstützen
Sie auch diese Projekte durch Ihr ungebrochenes Dokumentationsverhalten. Nur auf Basis
einer großen und qualitativ hochwertigen Datenmenge lassen sich studienrelevante Aussagen
treffen und öffentliche Aufmerksamkeit generieren.
Abschließend möchten wir noch einmal ausdrücklich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
der Kliniken danken, die sich seit vielen Jahren an der Dokumentation im Qualitätssicherungsregister
beteiligen. Wir versichern Ihnen, dass die Software-Lenkungsgruppe auch in Zukunft
in enger Abstimmung mit den Vorständen der DeGIR und der DGNR und im Rahmen unserer
finanziellen Möglichkeiten an der Weiterentwicklung und Verbesserung des Registers
arbeiten wird.
Mit kollegialen Grüßen
Prof. Dr. med. Peter Reimer (Karlsruhe)
Vorstandsvorsitzender der DeGIR
Prof. Dr. med. Arnd Dörfler (Erlangen)
Präsident der DGNR
Prof. Dr. med. Arno Bücker (Homburg)
Leiter der Software-Lenkungsgruppe in der DeGIR
Prof. Dr. med. Werner Weber (Bochum)
Mitglied der Software-Lenkungsgruppe für die DGNR
29.06.2018