Aktuelle Rheumatologie 2019; 44(03): 137
DOI: 10.1055/a-0855-5582
Editorial
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Kinder- und Jugendrheumatologie

Gerd Horneff
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Korrespondenzadresse

Prof. Dr. Gerd Horneff
Asklepios Klinik Sankt Augustin,
Zentrum für Neonatologie und Allgemeine Pädiatrie
Arnold Janssen Straße 29
53575 Sankt Augustin
Phone: + 49/2241/249 200   
Fax: + 49/2241/249 203   

Publication History

Publication Date:
27 June 2019 (online)

 

    Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

    als Kinder- und Jugendrheumatologe war ich hocherfreut, die Aufforderung zu bekommen, eine ganze Ausgabe in dieser Zeitschrift kinder- und jugendrheumatologisch zu gestalten. Dabei war mir bewusst, dass diese Zeitschrift sich insbesondere an den praktisch tätigen Rheumatologen richtet. Die Auswahl der Themen wurde durch den Leitgedanken getrieben, Ihnen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen eine bedeutsame Unterstützung zu bieten.


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    Prof. Dr. Gerd Horneff

    So kam das Überthema „Differentialdiagnostik bei rheumatologischen Problemen im Kindes- und Jugendalter“ zustande. Zu den nahezu täglichen Fragestellungen aus der kinderrheumatologischen Sicht gehört zunächst die Differentialdiagnostik entzündlicher Gelenkschmerzen und Gelenkschwellungen im Kindesalter. Hier finden sich viele Gemeinsamkeiten zu Gelenkerkrankungen im Erwachsenenalter. Fr. Dr. Ariane Klein stellt umfänglich dar, an welche Erkrankungsbilder bei entzündlichen Gelenkerkrankungen im Kindesalter zu denken ist.

    Während tatsächlich entzündliche Gelenkerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen selten sind, sind muskuloskelettale Probleme im Kindesalter der zweithäufigste Grund für eine ärztliche Konsultation überhaupt. Dem Kapitel zu entzündlichen Gelenkerkrankungen folgt deshalb die Differentialdiagnostik nicht entzündlicher Gelenkschmerzen und -schwellungen bei Kindern und Jugendlichen durch Dr. Boris Hügle. An welche ureigentlichen nicht rheumatischen Erkrankungen muss gedacht werden? Insbesondere maligne Erkrankungen müssen frühzeitig identifiziert werden. Auch weitere nicht maligne Neubildungen, orthopädische Erkrankungsbilder mit typischer Präsentation oftmals im typischen Alter sind hier einzuordnen. Schließlich müssen auch die Schmerzsyndrome zu den nicht entzündlichen Erkrankungen gerechnet werden.

    Fieber stellt eine Herausforderung in der kinderärztlichen und somit auch der kinderrheumatologischen und der rheumatologischen Praxis dar. Der Differentialdiagnostik intermittierenden Fiebers im Kindesalter widmet sich ein eigenes Kapitel dieses Sonderheftes. Während in der pädiatrischen Praxis akute und oftmals leicht zu behandelnde Infektionserkrankungen überwiegen, ist dies in der kinderrheumatologischen und rheumatologischen Praxis deutlich komplizierter. Die Gruppe der identifizierbaren genetischen autoinflammatorischen Erkrankungen, in der Regel gekennzeichnet durch Fieberschübe, wächst rasant an. Die Herausforderung, dies in einem einzigen Übersichtsartikel darzustellen, wird deshalb immer größer. Anhand von Leitsymptomen wie wiederkehrenden Fieberschüben bzw. psoriatiformen Hauterscheinungen, granulomatösen Veränderungen und mit Urtikaria einhergehenden autoentzündlichen Erkrankungen wird dies in der Übersichtsarbeit versucht.

    In einer weiteren Arbeit wird auf die rheumatologische Differentialdiagnostik bei Uveitis im Kindesalter eingegangen. Die Uveitis zählt zu der wichtigsten Komorbidität rheumatischer Erkrankungen bei Kindern. Das Spektrum der zugrundeliegenden Erkrankung ist breit. Herr Dr. Földvari wird dieses gemeinsam mit der unterschiedlichen Diagnostik und Therapie darstellen.

    Die fünfte und letzte Arbeit zur Differentialdiagnostik betrifft die entzündlichen Ursachen einer zerebralen Ischämie im Kindes- und Jugendalter. Diese Herausforderung hat Herr Prof. Dr. C. Hedrich aus Liverpool angenommen. Aufgrund der erheblichen Bedeutung der zerebralen Beteiligung von Systemvaskulitiden sowie des Auftretens von isolierten zerebralen Vaskulitiden im Kindesalter, die sich sogar einer angiografischen Diagnostik entziehen, darf dieses Kapitel nicht fehlen.

    Die dargestellten Themen spannen somit einen Bogen über aktuelle Probleme in der akuten und chronischen kinderrheumatologischen Versorgung. Ich danke den Coautoren für ihre hervorragende Zuarbeit sehr und Ihnen mit der Themenauswahl zur Differentialdiagnose praxisrelevante Beiträge geliefert zu haben.


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