Leventhal AM.
et al.
Flavors of e-Cigarettes Used by Youths in the United States.
JAMA 2019;
322: 2132-2134
Die Monitoring-the-Future-Studie (MTF) ist eine langfristige epidemiologische Studie,
die den Drogenkonsum von Heranwachsenden und Erwachsenen untersucht. Die Autoren befragten
nun Schüler der 8., 10. und 12. Klasse an amerikanischen High-Schools nach den beliebtesten
Aromen in E-Zigaretten. Die Vielzahl der Geschmacksrichtungen erschwert, die Präferenzen
von Adoleszenten abzuschätzen. Der US-amerikanische Marktführer (75 % Marktanteil)
hält allein 8 Aromen vor. Die Schülerinnen und Schüler gaben an, welche dieser Geschmacksrichtungen
sie besonders oft wählen. Zusammen mit Abbildungen der Produkte wurden die Fragen
auf Tablets präsentiert. Die Stratifizierung der Daten erfolgte nach dem Schuljahrgang
und nach der Nutzung in den letzten 30 Tagen (< 20 vs. ≥ 20 Tage).
Von 42 531 Teilnehmern der MTF-Population bildeten 14 191 die Studienkohorte zu E-Zigaretten.
Die Responseraten waren hoch mit 87 % in der 8. Klasse, 86 % in der 10. und 80 % in
der 12. Klasse. 18,8 % der Teilnehmer gaben an, im letzten Monat Nikotinprodukte konsumiert
zu haben. 12,6 % rauchten die E-Zigaretten des Marktführers. Dies entsprach 7 % der
Achtklässler, 15 % der Zehnt- und 16 % der Zwölftklässler. Die analytische Probe umfasste
1739 Schülerinnen und Schüler. Die Hälfte der Befragten waren Mädchen, und zahlreiche
Ethnien waren eingeschlossen (5 % Schwarze, 11,3 % Hispano-Amerikaner, 2,3 % Asiaten,
63,9 % Weiße und 17,5 % mit anderen Ethnien).
Die bevorzugten Aromen unterschieden sich in den Schuljahrgängen nur geringfügig:
-
8. Klasse: Minze 29,2 %, Mango 33,5 %, Frucht 16 %,
-
10. Klasse: Minze 43,5 %, Mango 27,3 %, Frucht 10,8 %,
-
12. Klasse: Minze 47,1 %, Mango 23,8 %, Frucht 8,6 %.
In allen Jahrgängen hatten weitere Geschmacksrichtungen mit < 6 % eine geringe Bedeutung
(z. B. Tabakaroma < 2 %). Die Häufigkeit des Dampfens (< 20 Tage vs. ≥ 20 Tage) war
nicht mit einer bestimmten Vorliebe assoziiert, wobei hochfrequente Nutzer tendenziell
häufiger den Minzegeschmack wählten.
In Anbetracht der Besorgnis um die wachsende Konsumentenzahl unter Jugendlichen kam
der Marktführer von E-Zigaretten den Gesundheitsbehörden und der Politik zuvor und
schränkte die Geschmacksbreite ein. Davon ausgenommen waren das Menthol-, Minze- und
Tabakaroma. Auch die Politik sieht Ausnahmen vor, darunter der beliebte Pfefferminzgeschmack.
Die Autoren bezweifeln, dass diese Verkaufsregularien den Konsum von E-Zigaretten
bei Jugendlichen reduzieren.
Dr. med. Susanne Krome, Melle